Porschepilot Patrick Assenheimer darf mehrfach jubeln -- BMW-Racer Yannick Fübrich mit Freude und Frust
Double-Header mit den NLS-Läufen acht und neun mit jeder Menge Action, Dramatik, Unfällen und Wetterkapriolen auf der Nürburgring-Nordschleife
Im Porsche 911 GT3 R EVO zwei Klassensiege, ein dritter Platz auf dem Gesamtsiegerpodium und die vorzeitige NLS-Meisterschaft in der Klasse SP9 Pro-Am – für unseren MCH-Langstreckenracer Patrick Assenheimer lief das Wochenende in der Eifel perfekt. Nach dem mehrmaligen Jubeln und Champagnerspritzen bedankte sich Patrick ganz herzlich bei Losch Motorsport, dem BLACK FALCON-Einsatzteam sowie seinen beiden Fahrerkameraden Tobias Müller und Dylan Pereira: „Alle haben einen grandiosen Job an diesem Wochenende gemacht, vor allem bei dem extrem anspruchsvollen Rennen am Sonntag“.
Samstags standen 131 Fahrzeuge, davon allein 22 in der GT3 Klasse SP9 an der Startlinie, 99 wurden nach der Vier-Stunden-Distanz abgewunken. Der Losch-Porsche mit der Startnummer 48 startete von Gesamtrang zehn und verpasste in der Qualifikation die magische 8-Minuten-Runde auf dem 24358 Meter Kurs aus GP-Kurs und Nordschleife nur um knappe 1,290 Sekunden. „Ein problemloses Rennen bei trockenen Bedingungen aber vielen Code 60-Phasen“, so Patrick Assenheimer. Das Trio gewann die Klasse SP9 Pro-Am und sicherte sich den sechsten Gesamtrang – auf die „letzte Rille“ im Rennen wurde bewusst verzichtet und die Taktik und Rennstrategie des Teams optimal umgesetzt. Der Gesamtsieg wurde im Fotofinish ermittelt, der Schubert-BMW M4 GT3 EVO gewann mit lediglich 0,308 (!!!) Sekunden vor dem Falken Porsche.
Ziellinienüberquerung des Sonntagsrennens im Porsche 911 GT3 R EVO (Fotos: Gruppe C Photography)
Sonntags - 109 Fahrzeuge am Start - schon Dramatik beim Qualifying. Die ersten zwölf GT3-Boliden unter der magischen 8-Minuten Grenze! Tobias Müller stellte den Losch-Porsche in 7.51.980 Minuten auf den sensationellen zweiten Startplatz, lediglich 23 Tausendstelsekunden hinter dem Falken-Porsche. Tobias, der den ersten Stint fuhr, sorgte dann für mehrere dramatischen Momente. In der dritten Runde kam es während einer Gelb-Phase zu einem Kontakt mit einem VW Golf GTI Clubsport, bei dem die linke vordere Front des Porsche sowie die linke vordere Felge beschädigt wurden. Der nötige Boxenstopp kostete Zeit, später gab es für den „Gelb-Rempler“ noch eine Durchfahrtsstrafe in Runde 17, zudem drehte sich der ca. 550 PS starke Porsche in der schnellen Mut-Kurve bei sehr nassen Bedingungen. „Glücklicherweise ohne Leitplankenkontakt, der unplanmäßige Boxenstopp stellte sich im weiteren Rennverlauf als nicht schlecht heraus, bei unserer weiteren Reifenwahl lagen wir immer goldrichtig, insgesamt war es eine regelrechte Achterbahnfahrt für die Gefühle“, erklärt Patrick Assenheimer nach seinem fehlerfreien und schnellen Stint. Zeitweise lag das Trio Assenheimer/Müller/Pereira in Führung, schlussendlich sprang der dritte Gesamtrang heraus, ein optimales Ergebnis bei den extrem fordernden Bedingungen bei typischem Eifelwetter für Fahrer, Einsatzteam und Auto. Der zusätzliche Pro-Am-Klassensieg sicherte dem Losch-Team das vorzeitige Championat in der Pro-Am-NLS-Wertung. Auf dem Gesamtsiegerpodest – 83 Fahrzeuge sahen die schwarz-weiß-karierte Flagge - vom neunten NLS-Rennen ausschließlich Porsche-Boliden. Ganz oben auf eins der Falken-Porsche, 43 Sekunden zurück der Dunlop-Porsche und weitere 21 Sekunden zurück Patrick Assenheimer im Losch-Porsche.
Patrick Assenheimer, auf dem Podest mit seinen Fahrerkameraden Dylan Pereira und Tobias Müller; Foto: Gruppe C Photography
Der zweite MCH-Langstreckenracer, Yannick Fübrich, erlebte beim Doubler-Header Freude und Frust. Als NLS-Gesamtführende angereist, gewann Yannick am Samstag zusammen mit Sven Markert und Edoardo Bugane im BMW M240i des Adrenalin Motorsportteams die BMW-M240i-Cupklasse mit 1.34.785 Minuten Vorsprung vor dem Schmickler-BMW. Ein unspektakuläres Rennen, bei dem alles wie geplant lief war aus Teamkreisen zu hören. Sonntags wäre bei einem weiteren Klassensieg der vorzeitige Titelgewinn 2026 möglich gewesen. Doch daraus wurde nichts, stattdessen Frust pur durch die erste Nullnummer des Trios in dieser Saison. In der 15ten Runde musste der 425 PS starke Dreilitersechszylinder-BMW mit einem technischen Defekt abgestellt werden. So rückten Oskar Sandberg und Alexander Fielenbach im Smyrlis-Racing-Porsche 718 Cayman GT4 CS bis auf vier Zähler an das Team von Yannick Fübrich heran. Die 2026er Titelentscheidung fällt nun beim NLS-Finale am 10. Oktober – Spannung und Action sind garantiert.
Yannick Fübrich im BMW M240i (Foto Jan Brucke/VLN)
(Wilfried Ruoff)

