Aktuelles

Welcher Unterländer GT-Fahrer sitzt als erster in einem neuen 992 GT3?

Die Weiterentwicklung ruht bei Porsche nie

17.12.2020

Das Unternehmen Porsche baut und vertreibt sportliche Fahrzeuge der verschiedensten Bauarten. Allesamt leistungsstark, schnell, oder auch sehr komfortabel ausgelegte Baureihen der Spitzenklasse. Auch zukunftsorientiert zu sein schreibt man sich in Stuttgart auf die Fahne. Die Porsche-Kunden schätzen das weltweit. Tendenz steigend. In der Gunst der Automobil-Freunde und der Fans aus der Motorsportwelt waren und sind die Zuffenhausener in der Öffentlichkeit regelmäßig sehr weit oben positioniert.

Nun präsentiert man ein weiteres Juwel der Heckmotortechnik. Porsche will damit über den Rennsport den Beweis antreten, dass auch in der nahen Zukunft mit dem Porsche 911 GT3-Cup, als neuer Ikone aus der Entwicklung in Weissach, zu rechnen sein wird. Die neue Technik begeistert in allen technischen Werten. Schauen sie sich die Werte einmal an. "Nicht nur Porsche-Kenner werden begeistert sein", so P9-Challenge-Veranstalter Bernhard Fischer aus München.

Wann wird er das erste Exemplar des 911 GT3-Cup auf Basis der Modellreihe 992 im Unterland an den Start bringen? Und welcher Fahrer wird den neuen 992 gegen die P9-Meister der vergangenen Jahre, allen voran Callaway-Ass Jürgen Bender (NSU) mit Team Sportwagenschmiede-Erlenbach und Hermann Speck oder den Österreicher "Denis G. Watt" im Titelkampf 2021, in den P9-Serien einsetzen? Warten wir es einfach mal ab.

(HTS)

Porsche 991 

Porsche Pressemeldung zum 911 GT3-Cup

https://presse.porsche.de/prod/presse_pag/PressResources.nsf/Content?ReadForm&languageversionid=1162350&view=1

 

 

 

Der legendäre Fahrer und Teamchef Walter Lechner ist tot

Walter Lechner hatte viele Freunde und einige Fahrer aus dem Unterland in seinen Teams

12.12.2020

Der gebürtige Wiener entwickelte sich über die Jahre im Rennsport zu einer ganz besondere Größe. Der gelernte Hotelfachmann sprang bereits Ende der 60er Jahre auf den Formel-Ford-Zug auf. Er gründete eine eigene Rennfahrerschule am Red Bull Ring - früher der Österreichring. Dazu unterhielt er ein international agierendes Formel-Ford-Team das auch Fahrerkunden aus dem Unterland einsetzte. Dabei kam MCH-Mitglied Peter Hoffmann zu mehreren Erfolgen auf den von Walter Lechner vertriebenen britischen PRS-Rennwagen.

Walter Lechner (l)

Peter Hoffmann testete damals den PRS-Holbay eines weiteren Unterländers, der neben Bellof, Vogel, Dr. Nufer, Schmidt und Haas für das Team "Walter Lechner Racing School" in der Deutschen Formel-Ford-Meisterschaft an den Start ging. International glänzten die Österreichischen Meister Zamagna und Ratzenberger. Zwei, Bellof und Ratzenberger, schafften den Sprung in die F1. Auch der junge Heilbronner Formel-Ford-Pilot Bernhard Weis (r) liebäugelte mit Team Lechner.

Walter Lechners Team war seit Jahren führend im Porsche-Cup und im Super-Cup unterwegs. Ein gutes Dutzend Meistertitel waren die überragenden Ergebnisse. Dort trafen auch die Brüder Thomas und Christof Langer auf das Lechner-Team.

(HTS)

Foto HTS: Walter Lechner (l) als Teamchef seit den 70er im Unterland bestes bekannt und hoch geschätzt

Audi stellt sich neu auf

Pressemeldung: Audi stellt sich im Rennsport ganz neu auf

08.12.2020

Die Audi AG mit ihrem Bereich Audi-Motorsport und die Callaway-Competition sind zwei Unterländer Standorte, die im nationalen- wie im internationalen Motorsport ganz große Bedeutung erlangt haben.

Wie bereits berichtet erkämpfte 2020 die Callaway-Competition (Leingarten) mit dem neuen C7-Modell der GT3 erstmals den P9-Challenge-Titel. Champion wurde MCH-Mitglied Jürgen Bender aus Neckarsulm. Bender in einem von der Sportwagenschmiede eingesetzten C7 von Callaway waren nicht zu schlagen.

Für 2021 ins Auge gefasst ist die P9-Challenge und die P9-Endurance. Bender, so ist zu vermuten, wird die Endurance-Serie ohne Fahrerwechsel bestreiten. Eventuell wird der MCH-Fahrer auch einige Läufe zur geliebten STT fahren - wenn die Termine passen. "STT, da hängt mein Herz dran", so der Meister der STT von 2017 lächelnd.

Dazu war auch Audi 2020 in der P9-Endurance hervorragend vertreten. Für Audis Rennprogramm gibt es noch Luft nach oben. Zumindest für das größte Familienteam der Marke in Deutschland.

Im Endurance-Titelkampf hatte der junge 20jährige Überflieger Max Frederik Gruhn 2020 bereits eine "Hand am Titel". Dann aber musste das Audi-Team aus den Einsatz beim Serienfinale auf der hoch geschätzten Rennstrecke von Brno (CZ) absagen. Der Titel für Audi und Gruhn war futsch. Der amtierende P9-Endurance-Champion Hermann Speck siegte in der Tschechei souverän und holte sich 2020 den P9-Endurancetitel für Porsche.

Audi Foto: Dirk Hartung autosport.at

Bei Audi wurden die Rennaktivitäten jetzt neu geordnet (Siehe Pressemeldung). zukünftig nicht mehr im Focus - die Formel-E.

Konzentriert man sich zukünftig voll auf den GT-Rennsport? Würde absolut Sinn machen. "Starker Audi-Kunden-Rennsport würde uns in den beiden nationalen P9-Serien sehr gut gefallen", so P9-Manager Fischer aus München.

(HTS)

Externer Link:
Audi-Pressemeldung https://www.audi-mediacenter.com/de/pressemitteilungen/audi-startet-bei-der-rallye-dakar-13440

 

 

BMW-Rückzieher betreffen den Kundensport nicht

BMW gibt einige Rückzieher bekannt

07.12.2020

Über Jahrzehnte gehörten BMW-Tourenwagen zu den beliebten Sportfahrzeugen für Privatfahrer. Ob Slalom, Rallye, Bergrennen oder auch der Einstieg in den Rundstrecken-Rennsport, BMW-Modelle leisteten gute Dienste, dann wenn es darum ging, im Rennsport technisch wie fahrerisch Fuß zu fassen. Junge Talente (Yannick Fübrich) hofften natürlich immer auch darauf, irgendwann dem Werk aufzufallen. Die legendären Einsätze in der Formel 2 (Dornier, Lola) und später in der Formel 1 mit Sauber (CH) sind eine lange Geschichte.

Nun wird auch darunter weiter ausgeholzt. Privatteams stehen etliche Basismodelle von BMW zur Verfügung. Was die Weiterentwicklung in der GT3 bringen wird, das muss die Zukunft zeigen.

(HTS) 

Externe Links: Komplette Pressemeldung von BMW-Motorsport

https://sport.bmw-press.de/online.php?u=RT9_-Xg3937
https://images.kajomigenerator.de/upload/6c9fbebb-4829-4de6-9404-1981daad8e39-orginal.pdf?v=4dae220dea83ca2e127395dfb7ed7a7d

 

 

 

2020 Meister mit P9-Top-Bilanzen

Jürgen Bender und Hermann Speck - 2020 Meister mit P9-Top-Bilanzen

26.11.2020

Seit Bestehen der P9-Serie waren beide Wertungen ein klarer Fall für das Haus Porsche. Die GT-Wettbewerbe P9-Challenge und die P9-Endurance hatten die Kunden der Stuttgarter Sportwagenbauer seit Serienbeginn fest im Griff. Es waren immer Porsche-Piloten, die den P9-Titel in der P9-Challenge und der P9-Endurance erkämpften konnten.

In der 2020 von der Corona gebremsten Rennsaison drängten im Titelkampf erstmals andere GT-Konstrukteure mit Macht auf die Plätze an der Sonne. Die Plätze an der Sonne - das sind jene begehrten Positionen bei denen sich die ersten 3 Fahrer gleich nach der Zieldurchfahrt im Parc fermé aus ihrem Boliden schälen um rüber aufs Siegertreppchen zu spazieren. Dabei gilt es viele Hände zu schütteln. Ganz oben mit viel Lob vom Streckensprecher nehmen die Gesamtsieger dann ihre Pokale entgegen. Jürgen Bender genoss das 2020 gleich sechs Mal.

Die Porsche-Armada mit ihren GT-Routiniers am Steuer setzten sich in den Jahren zuvor bei den Rennen der P9 am häufigsten gegen die Frontkämpfer anderer GT-Fabrikate zur Wehr. Was sich vor Saisonbeginn zaghaft anzudeuten begann, wurde im Frühjahr zur belastenden Realität. - Leider - Corona bremste alles ein. Auch der ersehnte P9-Saisonauftakt musste um drei Monate verschoben werden. So feierte Sportpromoter Bernhard Fischer als nicht wie üblich bereits im Juni am Lausitzring die Krönung der inoffiziellen Halbzeitmeister seiner P9-Saison. Der Münchener Manager konnte zu Beginn des Sommers erst in der Lausitz seinen verspäteten Saisonauftakt in Angriff nehmen. "Ellenbogentouching" zur Begrüßung am Lausitzring von Manager Fischer und Racer Jürgen Bender, dem "neu Eingeschriebenen", nach reichlich P9-Gaststartererfahrungen.

Natürlich schauen die Fans beim Auftakt der P9-Challenge zuerst auf den amtierenden Champions. Gelingt es den alten Meistern erneut vorne kräftig mitzumischen? "Denis G.Watt", dem amtierenden Champion der P9-Challenge aus Graz gelang das denn auch 2020 auf Anhieb. Er gewann die KL5 beim Auftakt vor seinem KRracing-Teampartner Michael Hollmann. Das KR-Fahrerduo aus Österreich bzw. aus Deutschland ging sehr gut gerüstet in die Saison. Alles lief, zwar wie vorgeschrieben mit Mundschutz, ansonsten aber ungebremst und sehr routiniert ab.

"Mir ham dös schoo im Griff", so Manager Fischer und Franz nickte zustimmend. Besondere Spannung kam in der KL6 auf. Da geht es in aller Regel nicht nur um den Klassenerfolg, sondern immer auch um den Gesamtsieg. Dem dreifache P9-Endurance-Champion (2017, 2018, 2019), Hermann Speck aus Nürnberg, gelang in der Lausitz auf einem neuen Porsche 991 GT3R trotz Abstimmarbeiten gegen Ex-Porsche-Ass Jürgen Bender auf Anhieb ein ausgezeichneter 2. Klassenrang. Bender, der Neckarsulmer, saß erstmals in einer neuen C7-Callaway-GT3R. Er, in der P9 frisch eingeschrieben, meldete 2020 erstmals Titelambitionen an. "Der P9-Titel fehlt mir noch in der umfangreichen Sammlung", lächelte er. Gesamtsiege holte "Ben" bereits zuvor bei Gaststarts in der P9. Erstmals am Lausitzring schon 2014.

Zum Saisonauftakt war Benders Team Sportwagenschmiede noch mit der Optimierung des Setup beschäftigt. "Daher hatten wir auch noch nicht in der P9-Endurance genannt. Erst einmal galt es bei den Sprints vorne richtig mit mischen zu können", so der Routinier aus Neckarsulm augenzwinkernd. Als Klassendritter beim Auftakt brillierte Heiko Neumann, der Vorjahres-Sieger von Brno (CZ) und Imola (I). Die Serienneueinsteiger HPracing unter Leitung von Ingenieur Daniel Weber holten mit Bernhard Löffler auf einem Lamborghini Huracán GT3 EVO den 4. Klassenrang. Ebenfalls für HP unterwegs holte sich Routinier Coach McKansy in Brno im grünen Lambo den Platz auf dem Stockerl. Mit den flachen Italienern aus Sant' Agata ist zukünftig sicher vermehrt zu rechnen. Nicht nur im Starterfeld, sondern vorne, da wo es um die Plätze auf dem Stockerl geht. "Die Jungs drücken mächtig nach vorne", so Manager Fischer. In der Klasse 4 setzte sich der zweifache-P9-Ex-Champion "Boris Schimanski" im schneeweißen Porsche mit der 444 erneut durch. Sich durchsetzen, das gelang in der Klasse 2 dem Österreicher Andreas Keplinger in einem Team HB-GT4 Caymann. Wird der Porsche Cayman 2021 das Maß der Dinge in der P9-KL2? Starkes Interesse am Mittelmotor-GT4 aus Weissach herrscht derzeit auf alle Fälle.

In der P9-Endurance fuhren Senkrechtstarter Max Gruhn und Hermann Speck beim Auftakt an die Tabellenspitze. Ihre Taktik war richtig. Sie bestritten beide Stints alleine und punkteten so doppelt. Das Auftakt-Auftaktsiegerduo Hirsch/Schraml im AMG GT3 mussten die Punkte teilen. Vom Speed stand der Einsatz unter einem guten Stern. Beide waren um den Titel voll im Geschäft. Sehr gute Karten zu Saisonauftakt also für die Ingelheimer Equipe-Vitesse von Andy Herbst.

Zweites P9-Weekend - dort in Hockenheim baute Jürgen Bender seine Tabellenführung in der Challenge weiter aus. Viel Abstimmarbeit an der im heimischen Unterland bei Ernst Wöhr produzierten, nagelneuen C7-Callaway-GT3-Corvette für die Crew der Sportwagenschmiede. Aber der Lohn stimmte am Ende. "Sieg und es ging in Richtung Titel. "So wünscht man sich das", meinte Jürgen Bender in Hockenheim happy. Und das im Kreise der Familie. In der Endurance rückte Porsche-Ass Hermann Speck aus Nürnberg dem Dannenberger Senkrechtstarter Max Gruhn gekonnt auf den Pelz. Der junge "Audianer" aus dem hohen Norden holte auf dem RS3 des Herrn Großpapa erneut klar den Klassensieg in der KL2. In Brno (CZ) gelang es dem Nürnberger Hermann Speck schließlich den 4. Endurance-Meistertitel zu gewinnen. 4 Titel in Reihe, Hut ab, oder doch eher Helm ab? "AudiMax" (Max Gruhn) fehlte beim Finale in der Tschechei. Damit war die Chance auf den Titel für ihn leider "futsch". Hermann Speck schlug zu. Jürgen Bender wurde von der internationalen Porschemeute "Denis G.Watt" (A), Hermann Speck, "Boris Schimanski", Heiko Neumann, Michael Hollmann, Andy Keplinger (A) und "Jack Crow" zu seinem ersten P9-Challenge-Titel gejagt. "Ben" war immer vorne. Die Jäger blieben Jäger. Der Titel ging zum ersten Mal nicht an einen Porschefahrer, sondern an Jürgen Bender auf einer Callaway-Corvette C7.

Die "Saison mit Maske" ist Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass die Verhältnisse sich 2021 deutlich entspannen werden. "Sehr disziplinierte Abläufe in der P9 Challenge und in der P9-Endurance machten 2020 aber in jedem Fall sehr geordnete Rennwochenende möglich", so Serienmanager Fischer in München zufrieden. "Dickes Lob an die Aktiven", fügte er noch hinzu und verschwand zu Bender in die Box.

(HTS)

Jürgen Bender - Hermann Speck

Foto: autosport, Dirk Hartung - Die Meister 2020 - Bender (m) und Speck (r) im Glück

 

Letztes Rennen für Patrick Assenheimer in der Saison 2020

Saisonfinale in der GT World Challenge Europe

12.11.2020

Nach erfolgreichen letzten Rennen, geht es für Patrick Assenheimer nun zum Abschluss der Saison 2020 nach Frankreich, dem letzten Rennen der GT World Challenge Europe.

Auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet möchte Patrick Assenheimer vom 13. – 15. November zusammen mit seinen Teamkollegen Ezequiel Companc und TBC auf dem Mercedes AMG GT3 von Madpanda noch einmal eine starke Leistung präsentieren.
Das Trio möchte bei diesem 6-stündigen Rennen alles daran setzen, um im Silver Cup vorne dabei zu sein.

“Wir versuchen möglichst schnell ein optimales Setup für die Strecke zu finden und werden dann alles geben, um mit einem Podest-Platz im Silver Cup die Saison in der GT World Challenge Europe zu beenden.”, so Patrick Assenheimer.

Das Renngeschehen können Sie online unter folgendem Link verfolgen:
www.gt-world-challenge-europe.com/live

Zusätzlich finden Sie weitere Informationen und aktuelle News & Ergebnisse unter:
www.gt-world-challenge-europe.com

(Wilfried Ruoff und Patrick Assenheimer)

 

Jubiläumssaison fürs Team aus Leingarten ohne viel Jubel

Auch der GT-Masters-Abschluss in Oschersleben ist für Callaway Competition um Markus Pommer wenig versöhnlich. Die neue DTM mit GT-Autos ist für den Heilbronner Fahrer keine Option.

09.11.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Die Verabschiedung fiel hektisch aus. "Nach dem Rennen mussten alle schnell zusammenräumen und los, ziemliche Aufbruchsstimmung. Mit Corona und all den Hygiene-Regeln kann man sich ja auch nur schwierig zusammenhocken", sagte Markus Pommer am späten Sonntagnachmittag, als er sich schon längst wieder auf dem weiten Heimweg Richtung Unterland befand.

Gerne hätte der 29-Jährige mit Callaway Competition zum Abschluss noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Doch das GT-Masters-Finalwochenende in Oschersleben taugte der Corvette C7 dafür nicht.

 

Fiese Nummer: Position 19 leuchtet hinter der Windschutzscheibe der Callaway-Competition-Corvette von Markus Pommer. Eine unbehagliche Region für die Leingartener Crew.

Foto: imago images / Eibner


"Es war ziemlich schwierig mit diesen Temperaturen. Ich bin unsere beste Runde sonntags erst in Runde 36 gefahren. Wenn es kalt ist, ist es bei uns schwer", kommentierte Pommer die Plätze 13 und 14. Zum erhofften Rang in den Top Ten der Fahrerwertung reichte das nicht. Als 15. rauschte der Heilbronner gemeinsam mit Teamkollege Jeffrey Schmidt klar an diesem Ziel vorbei. Die Enttäuschung bei der Leingartener Equipe hielt sich in Grenzen. 25-jähriges Jubiläum feierte die erfolgreiche Corvette-Schmiede in dieser Saison - und hätte das freilich gerne mit deutlich mehr Podestplätzen als nur einem Sieg zelebriert. Eine Überraschung war der mäßige Verlauf der Runde dennoch nicht.

Schwierigkeiten in der Einzelkämpfer-Rolle
"Schon dass die Saison wegen Corona in den November rein ging, war wegen der ungewohnten Kälte ein Problem für uns. Dann kam noch ein neuer Reifen, den wir nicht so testen konnten", erklärt Markus Pommer. "Bei Mercedes, Audi und Porsche gibt es viele Teams und Informationen von den Werken - wir sind ein kleiner Einzelkämpfer, das ist dann wirklich schwierig. Zusätzlich war es mit zwei neuen Teams auch nochmal härter."

Michael Ammermüller und Christian Engelhart sicherten sich in ihrer ersten Saison mit SSR Performance im Porsche 911 GT3 R direkt den Titel. "Auch die Fahrerpaarungen sind alle stärker geworden", betont Pommer: "Es wird im nächsten Jahr sicher nicht einfacher. Es wird immer professioneller. Ich merke schon, wie es jedes Jahr schwieriger wird, um den Titel zu fahren. Da müssen wir mehr machen. Öfter testen, wenn man wieder darf." Das klingt nach Fortsetzung, oder? "Vor Weihnachten werde ich wahrscheinlich noch keine Entscheidung treffen, das wird eher danach geklärt. Jetzt geht ja mit dem Lockdown eh nicht viel. Man muss auch erstmal warten, wie es sich nächstes Jahr entwickelt und ob der Zeitplan haltbar ist. Eine Saison wie letztes Jahr wäre natürlich besser mit Frühjahr und Sommer."

Die neue DTM mit GT-Autos ist für Markus Pommer jedenfalls keine Option - so viel ist sicher: "Vom Format ist ja noch gar nicht alles geklärt. Die GT Masters bleibt meiner Meinung nach die Topserie - es macht schon Spaß, da mitzufahren."

Rauskommen aus dem Renn-Simulator
Trotzdem verspürt Markus Pommer wenig Lust, sich so schnell wieder in einen Renn-Simulator zu setzten, auch wenn der Teil-Lockdown wenig Raum für die neue Zeit am Wochenende lässt. "Aber da bin ich zuletzt wirklich genug drin gesessen", sagt Pommer mit einem Schmunzeln.

An diesem Montag geht es für ihn ganz gewohnt zur Arbeit in den elterlichen Betrieb und an den Schreibtisch, um seine Master-Arbeit fertig zu stellen. Mit Callaway Competition setzt er sich dann in den nächsten Wochen in aller Ruhe zusammen. Dann, wenn es etwas weniger hektisch ist.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 09.11.2020

 

Jürgen Bender bekam seine Meister-Trophäen 2020 "frei Haus" geliefert

Motorsport - Meisterehrung fast ganz privat

02.11.2020

Man erlebt doch immer neue "Spezials". Jürgen Bender hat 2020 ja bereits die P9-Challenge gewonnen. Wo P9-Manager Fischer die Meisterpokale überreichen wird ist noch nicht entschieden. Corona und deren Folgen bremsen auch diese Feier zeitlich unabsehbar ein.

2017 war Jürgen Bender in einer Callaway C6-Corvette erstmals STT-Champion. In diesem Jahr konnte der Neckarsulmer MCH-Fahrer nur 6 von 8 Meisterschaftsrennen bestreiten. "Ben" landete in der Division 1 am Ende auf Rang 2 hinter dem Champion und GT-Profi Uwe Alzen (AUDI R8). Dazu holte sich unsere MCH-Crew Jürgen Bender (Neckarsulm) und Marco Bayer vom Team Sportwagenschmiede (Erlenbach) in der neuesten C/-Callaway-Corvette auch den Titel des STT-Gentleman-Championats und Klassenpokal.

Meisterehrung Jürgen Bender

Die STT-Meisterehrung 2020 fiel Corona zum Opfer. Veranstalter Rolf Krepschik verpackte die Ehrenpreise und lieferte "seinem Ex-Champion Jürgen" dessen Pokale direkt nach Neckarsulm ins Haus. Absolut einmalig. "Das gab es in der Tat zuvor so wohl noch nie", strahlte GT-Ass Jürgen Bender am Wochenende. Strahlen, das tat auch Serienboss Rolf Krepschik. "Na dann bis zur nächsten Meisterschaftsfeier. So wie 2019 beim Klaus in Barweiler. Aber dann strahlen wir doch wohl wieder alle zusammen". Ein Ellenbogen-Stoß zum Abschied und weiter ging die Fahrt zur Pokal-Übergabe 2020 für Rolf Krepschick Richtung Südosten.

(HTS)

Foto: Team Sportwagenschmiede - Jürgen Bender (li.), Rolf Krepschik (re.)

 

Ein paar Pünktchen, aber kein Podium für Callaway

Trotz eines zweiten Startplatzes bekommen Markus Pommer und Callaway Competition die PS nicht auf den nassen Asphalt des Lausitzrings. Am nächsten Wochenende steht der Saisonabschluss auf dem Programm.

02.11.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Als Markus Pommer am Sonntagnachmittag das Cockpit der Corvette C7 übernahm, war die Chance auf satte Punkte auch schon wieder passé. Am Ende blieben nur die paar Pünktchen des glücklichen achten Platzes vom Samstags-Lauf.

Dabei hatte Tag zwei auf dem Lausitzring für sein Leingartener Callaway-Competition-Team so vielversprechenden begonnen, Jeffrey Schmidt im Qualifying mit Startplatz zwei die Sonne gelacht. Dem Schweizer war es sonntags gelungen, früh eine starke Runde zu setzen, bevor fast alle anderen Zeiten von einsetzendem Regen weg gespült wurden. Die Nässe auf der Strecke gefiel dem Corvette-Duo dennoch ganz und gar nicht.

"Es war klar, dass es im Regen schwierig für uns wird. Bei nasskaltem Wetter fehlt uns gerade einfach zu viel. Letztlich war es ein regnerisches Wochenende und nicht mehr drin", gestand Markus Pommer. "Wäre es trocken geblieben, wäre wahrscheinlich richtig was gegangen." Doch so schwammen die Chancen der Leingartener Equipe davon.

Markus Pommer hatte in der regnerischen Lausitz mit  seiner Corvette von Callaway Competition keine Chance.  Foto: imago

 

Markus Pommer hatte in der regnerischen Lausitz mit
seiner Corvette von Callaway Competition keine Chance.

Foto: imago

 

 

Nur als 18. über die Ziellinie
Bereits in der ersten Runde fiel Pommers Teamkollege Jeffrey Schmidt am Sonntag auf den fünften Rang zurück. Die Corvette brachte ihre PS einfach nicht auf den glatten Asphalt des feuchten Lausitzrings. Immer weiter schlingerte Schmidt nach hinten und übergab das Auto schließlich auf Position neun an Markus Pommer. Zwar stoppte der leichte Regen und es brach langsam die Sonne durch, "aber die Strecke ist nie wirklich abgetrocknet".

Trotzdem war die Pace der Corvette in der zweiten Rennhälfte deutliche besser. Pommer konnte sich den Positionskämpfen mit starken Konkurrenten stellen - bis ihn eine Lamborghini drehte und ins hintere drittel des Feldes schlittern ließ. So konnte Pommer nur noch als 18. ins Ziel kommen. Seine Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen.

Bereits beim ersten Qualifying am Samstag hatte der Heilbronner im Regen gemerkt, dass auf nasser Strecke nichts zu gewinnen sein wird: "Ich habe eigentlich ein gutes Fenster erwischt und konnte voll ans Limit gehen - trotzdem war nicht mehr als der 17. Startplatz drin." Insofern stimmte ihn der achte Platz des Samstags sogar ein bisschen versöhnlich: "Das hatten wir auch mal ein bisschen Glück."

Chaotisches Regenrennen am Samstag
Denn die Stärke der Callaway-Competition-Corvette war es nicht, die Pommer und Jeffrey Schmidt satte neun Plätze gutmachen ließ. Im chaotischen Regenrennen hatte es Zeitstrafen für die Konkurrenz gehagelt. Schmidt schaffte es aber, den schwimmenden Dienstwagen ohne einen Verstoß gegen die Tracklimits durchs aufgewühlte Feld zu lenken.

Bereits am nächsten Wochenende steht der Saisonabschluss in Oschersleben an. Chancen auf den Titel oder wenigstens die Topplätze haben die Leingartener nun nicht mehr. Dennoch wollen sie sich noch einmal mit einem manierlichen Ergebnis von einer schweren Runde verabschieden. Wollen sie eine Chance haben, sollte ihnen aber noch länger die Sonne lachen.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 02.11.2020

 

STT-Gentleman-Champion 2020 und Zweiter der Division-1

STT - Corona hat mitgemischt

29.10.2020

Das STT-Finale 2020 sollte am Nürburgring ausgetragen werden. Aber dieses, mit großer Spannung erwartete Rennwochenende fiel 2020, nur eine Woche nach der Formel 1 an gleicher Strecke, leider der Corona Pandemie zum Opfer.

Jürgen Bender, als in dieser Saison außerordentlich erfolgreicher MCH-Fahrer - "freut mich zu hören, aber den grandiosen ADAC-GT-Masters-Sieg vom unserem Club-Kameraden Markus Pommer gegen die GT-Profis am Sachsenring bitte nicht vergessen", meldete sich Jürgen mit einem Lächeln lobend  zu Wort.

Doch zurück zur STT. Bei zwei Meisterschaftsläufen der Serie war Bender nicht am Start. "Zu dem Zeitpunkt wurde nicht nur mir, sondern auch Teamchef Bayer klar, dass das Blatt in Richtung STT-Titelkampf nicht mehr zu wenden war", so Bender. Renningenieur Bayer nickt zustimmend.

Jürgen Bender gewann die STT-Trophy bereits 2017. Er trat 2020 nicht nur in dieser international ausgeschriebenen Rennserie zum Kampf um den Titel an, sondern auch in der ebenfalls int. ausgetragenen P9-Challenge. "In der P9 flutschte es 2020 bestens, in der STT dagegen von Beginn an nicht wie erwartet", so Bender. Wo lagen die Gründe dafür?

In der Trophy waren 2 GT-Modelle am Start, die von der Motorleistung her klar überlegen zu sein schienen. In einer Rennserie müssten in jeder Division gleich starke GTs am Start sein. Ist das nicht so, dann sind für die anderen Starter schlichtweg keine Klassensiege und kein Meistertitel möglich. So einfach ist das nun mal leider. Ein gemeinsamer Meisterschaftslauf beider Serien (STT/P9) ließ diese Problematik auf dem Formel-1-Kurs von Hockenheim deutlich sichtbar werden. Die Alzen-Brüder, Profi Uwe und dessen Bruder Tuner Jürgen Alzen, zogen Bender beim Beschleunigen aus den Kurven heraus beide problemlos weg. In der nächsten Kurve aber war denn wieder zu. Einen Weg vorbei gab es für Bender an dem Duo nicht. Die Strecke war schlicht und ergreifend für ihn dicht. "Mit der Brechstange, das wäre sinnlos gewesen. Hohe Schäden wären fast sicher die Folge. Und beim anschließenden Beschleunigen wären die Gegner ansonsten eh wieder vorbeigekommen", resümiert der Neckarsulmer Reifenspezialist.

Am Saisonende gelang es Jürgen Bender sich noch auf den 2. Platz in der Division 1 vorzukämpfen. Profi Uwe Alzen kassierte in der STT-Trophy jeden Gesamtsieg. Bender 2020 also in der Zange der Alzenbrüder? "Das könnte man so sehen", so der schnelle Unterländer.  "Am Saisonende war ich schlussendlich froh, dass ich mich noch als Divisionszweiter zwischen die Alzen-Brüder kämpfen konnte", so Bender. Die Chance zu siegen war unter den gegebenen Umständen nicht vorhanden. Die Gesamtzahl der Punkte gab 2020 also nicht mehr als ein 2. Rang in der Division 1 der STT her".

Jürgen Bender

Die Gentleman-Wertung konnte Jürgen Bender jedoch problemlos gewinnen. Selber sportlich immer topfit am Start, landete er dort klar vorne.

In der Tabelle lagen Klassensieger Uwe Alzen (Audi) und Ralf Glatzel (Ford) punktgleich vorne. Sie gewannen Ihre Divisionen. Dahinter der junge 3. Divisionssieger Max Frederik Gruhn (Audi).

"Ob es Sinn macht mit einem reinrassigen GT3-Auto in der STT 2021 anzutreten, scheint aus heutiger Sicht für mich nach dem derzeitig geltenden Reglement nicht unbedingt zielführend", so P9-Champion Jürgen Bender nachdenklich. MCH-Mann Marco Bayer von Team Sportwagenschmiede nickt zustimmend.

2021 - quo vadis für Bender und Bayer? 

(HTS)

Foto: Team Sportwagenschmiede Motorsport - Bender vorbildlich mit Maske auf dem Podium

 

Assenheimers Aufholjagd endet auf Platz vier

Assenheimers Aufholjagd endet nach turbulentem Rennen auf Platz vier

28.10.2020

Die 24-Stunden-Hatz in Spa wurde zu einem turbulenten Rennen. Es war das Saison-Highlight der GT World Challenge Europe in Belgien. Mit am Start waren der Unterländer Patrick Assenheimer und seine Fahrerkollegen Ezequiel Companc, Ricardo Sanchez und Juuso Puhakka.

Das Quartett durchlebte auf der Strecke eine Achterbahnfahrt der Gefühle - und dies in einem extrem stark besetzten Fahrerfeld über die vollen 24 Stunden. Nach misslungenem Auftakt war die Freude am Ende groß über Platz vier im Silver Cup und Gesamtrang 26.

"Ich bin stolz darauf, dass wir, obwohl wir schon nach dem ersten Stint mehrere Runden Rückstand hatten, nie aufgegeben und weitergekämpft haben", sagte ein zufriedener Assenheimer.

Auf dem Mercedes AMG GT3 vom Team Madpanda kämpften sich Patrick Assenheimer und seine Kollegen trotz eines frühen Rückstandes wegen Problemen beim Boxenstopp im Feld wieder nach vorne. Und das vor dem Hintergrund widriger Wetterbedingungen, die das Fahrerfeld vor extreme Anforderungen stellte.

Aber mit hervorragenden Zeiten unterwegs und einer Top Performance am Tag und vor allem in der Nacht, versuchte das Team den frühen Rückstand Stück für Stück zu minimieren. Was dann letztlich auch erfolgreich umgesetzt wurde. Von ganz hinten fuhren Assenheimer und Co. auf Platz vier in Schlagweite zum Podium. red

Quelle:  Heilbronner Stimme vom 27.10.2020

 

Zeitgeschichte auf großen Formel 1 Rennstrecken

Portimão (P), Brands Hatch (GB) und Hockenheim (D) - Drei Formel-1 Rennstrecken in Europa. Doch blenden wir einmal zurück.

24.10.2020

Es liegt 39 Jahre zurück. Samstag, 31.Oktober 1981. Hockenheim: Bei einem Unfall auf der Zielgeraden reißt nach der Kollision mit einem Formel-V Rennwagen ein Rad eines Rennwagens ab. Während der Heilbronner Senkrechtstarter Peter Hoffmann auf der Rennstrecke in seinem Formel-Ford Royale des Barho-Teams einem sicheren Sieg entgegen driftet, wird Peters Papa Erich von einem umherfliegenden Rad getroffen. Vor den Boxen erliegt MCH-Mitglied Erich Hoffmann seinen Verletzungen. Ironie des Schicksals: Erichs Sohn Peter gewinnt das Rennen.

Auch ohne Handy und PC verbreitet sich diese tragische Nachricht wie ein Lauffeuer in Europa. Auf der britischen Formel 1 Rennstrecke von Brands Hatch im Osten von London fragt mich der Österreichische Renningenieur Franz Meier nur Stunden später beim "lunch break", "Hans, hast das vom Papa Hoffmann mitbekommen?" Franz betreute in England zeitgleich den nächsten Deutschen Senkrechtstarter, Stefan Bellof.

Jetzt, an diesem Wochenende findet das Formel Ford Festival, bereits das 49. Festival, erneut in Brands Hatch statt.

Ein bisschen Wehmut wird einen anderen Unterländer beschleichen. Markus Pommer, ein Mitglied des Clubs. Der gebürtige Erlenbacher war vor einigen Jahren vielversprechend in Richtung Formel 1 unterwegs. Auf der Rennstrecke von Portimão wird er an diesem Wochenende das erste Rennen zur Formel-1 WM auf der Portugiesischen Strecke im TV verfolgen. "Dort war ich bereits mit einem LOLA Formel 3000, einem Rennwagen der technischen Vorstufe der Formel 1, selber im Kampf um die Spitze der AutoGP-Meisterschaft unterwegs", berichtete er mir seinerzeit einmal.

Brands Hatch, das 49. Formel-Ford-Festival und Portimão mit seinem Formel-1-Debüt an einem Tag im Fokus des Rennsports. In Brands Hatch kämpft heute der Deutsche Routinier Klaus-Dieter Häckel um Klassik-Erfolge in der Formel Ford und in Portimão? Dort bemüht sich der vierfache Deutsche Automobil-Weltmeister Sebastian Vettel zeitgleich im Ferrari um Schadensbegrenzung.

Heute und morgen also ein Wochenende mit ganz besonderem Rennsport.

(HTS)

Peter Hofmann und Stefan Bellof 

Foto: Walter Lechner Racing School - frei für den MCH - Dunkler Overall, Peter Hoffmann neben dem unvergessenen Stefan Bellof am Rennwagen int. Walter Lechner Racing School (A)

Vielen Dank für das Foto

 

 

Am Boden statt beflügelt: Auch Red-Bull-Ring gibt Pommer keinen Auftrieb

19.10.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Das GT-Masters-Wochenende war für die Liga der Supersportwagen ein besonderes. Der Sonntagslauf in Spielberg war schließlich das 200. Rennen der Serie und somit historisch wertvoll. Am Red-Bull-Ring wurde also auch hier und da ein bisschen zurückgeschaut. Im Blickpunkt befand sich dabei auch immer wieder das Corvette-Team Callaway Competition aus Leingarten, das die GT-Masters-Geschichte mit geprägt hat. Ob ehemalige Meister wie Jules Gounon, Rekordsieger Daniel Keilwitz oder Skisprungstar und Ex-Rennfahrer Sven Hannawald - keiner hat die Zeit bei der Equipe aus dem Unterland vergessen.

Die Gegenwart ist bei Callaway Competition hingegen gleichwohl zum Vergessen. Nach dem kurzen Höhenflug mit Saisonsieg eins am Sachsenring, sind die Leingartener wieder da angekommen, wo sie sich in den bisherigen zehn Läufen so mühevoll bewegen - auf dem harten Boden. Es bleibt eine Seuchensaison. 21. am Samstag, 18. am Sonntag, die Ansprüche sind klar andere. Gerade auf dem Red-Bull-Ring, wo die Corvette eigentlich all ihre Stärken ausspielen kann.

"Es war eiskalt, auf den Bergen lag Schnee. Vergangene Saison war das alles im Hochsommer, was dem Auto deutlich besser liegt", sagte der Heilbronner Callaway-Competition-Fahrer Markus Pommer. Es war nicht sein einziges Problem. Bereits im Qualifying plagte ihn die erste Panne, als der Funk nicht funktionierte. So konnte keiner des Teams ihn darauf hinweisen, dass die Rennleitung ihn außerhalb des Tracklimits sah. Fast all seine Runden wurden hinterher gestrichen, was den letzten Startplatz bedeutete.

"Von ganz hinten, mit 30 Kilo und vollgetankt war es richtig schwer", sagte Pommer. Von Position 13 gestartet, lief es dann sonntags trotz eines schlechten Starts besser. "Das Auto war im Rennen richtig gut, sehr schnell - fast wie im Vorjahr", berichtete Markus Pommer.

Das Problem: Die Rennleitung sah wieder viele Regelverstöße beim Tracklimit. Auch bei Callaway Competition: "Das war schon eine sehr komische, unkonstante Linie, samstags haben sie das gar nicht geahndet." Für die Leingartener ist die Richtung gegenwärtig hingegen klar: es geht nicht nach vorn. 

Quelle: Heilbronner Stimme vom 19.10.2020

Foto: ADAC

 

Jürgen Bender - Glückwunsch zu P9-Challenge Meistertitel 2020

Absage vom Saisonfinale auf dem Nürburgring

16.10.2020

"Die Absage der ADAC-Westfalen-Trophy auf dem Nürburgring habe ich mir natürlich nicht gewünscht", so ein leicht enttäuschter Jürgen Bender. Denn der Neckarsulmer Ingenieur hatte bereits alles zur Abreise Richting "Grüne Hölle Nürburgring" bereit gemacht. Das Team Sportwagenschmiede verlud die schwarze GT3R Callaway Corvette C7 nach dem Doppelsieg im Tschechischen Brno am Montag. Überprüft und verladen, es konnte zum Finale gehen. "Wir waren einsatzbereit", so Benders Renningenieur Marco Bayer aus Erlenbach. Auch er wie Bender ein MCH-Mann. 2020 hat sie der Erfolg verwöhnt.

Jürgen BenderFoto: HTS - P9-Champion 2020 - Jürgen Bender

Doch dann in den späten Nachmittagsstunden die überraschende Rennabsage. Was am letzten Wochenende beim Formel 1-WM-Einsatz noch "gestemmt" werden konnte, schien dem Westfälischen Veranstalter oder der Nürburgring GmbH für das kommende Wochenende unerwartet Probleme zu bereiten.

"Einen Ersatztermin können wir 2020 nicht mehr bekommen", so Serienpromoter Bernhard Fischer am Mittwoch. Er hatte das auf der Formel-1 Rennstrecke von Imola (I) geplante Finale bereits auf den Nürburgring verlegen müssen. Und nun hatte der Ring ebenfalls Probleme.

Für den Neckarsulmer GT-Routinier Jürgen Bender ist es jetzt an der Zeit Bilanz für 2020 zu ziehen. Die fällt sehr gut aus. "In der STT haben wir 2020 noch Einsätze vor uns", so Bender. Dort konnte der Unterländer nicht alle Rennen bestreiten.

Die Callaway-Truppe konzentrierte sich auf die P9-Challenge-Serie. Nach Absage der Rennen in Österreich zu Saisonbeginn fielen die Entscheidungen bei 6 Starts in Deutschland und der Tschechoslowakei.

"Mit unserem zur Verfügung stehenden nagelneuen C7-Modell gelang es Jürgen trotz später Auslieferung und nicht ganz abgeschlossener Testfahrten alle Meisterschaftsläufe zu gewinnen", so Hersteller Ernst Wöhr. Eine so brillante Erfolgsbilanz wie 2020 konnte Jürgen Bender als Mitglied vom Motorsport Club Heilbronn bisher in der Form nicht verbuchen. Alle P9-Challenge-Einsätze als Gesamtsieger beendet, Siegerkönig der P9-Veranstaltungen 2020 und Gewinner der P9-Challenge Meisterschaft. Auf Platz 2 der Serie landet der amtierende Meister der Serie aus Österreich, "Denis G. Watt" (Porsche 991 GT3 Cup) vor dem mehrfachen P9-Endurance-Champion Hermann Speck (Porsche 991 GT3R) sowie dem Meister der Serie von 2013 und 2018, Boris Schimanski (Porsche 991 Cup).

Fast hätte es sogar noch einen Titelträger auf einem Audi RS3 in der P9 gegeben. Nach perfektem Saisonbeginn ließ der 20jährige Max Frederik Gruhn die Rennen in Brno (CZ) aus. "Andere Verpflichtungen" so der Teamchef. Da das P9-Finale anschließend ins Wasser fiel, war Maxis nahezu sicherer Titel in der P9-Endurance leider beim Teufel". Shit, happens, so die Engländer in solchen Situationen achselzuckend. Erste Rennsaison und gleich ein Titel - das wäre es gewesen. 

(HTS)

Foto: HTS - P9-Champion 2020 - Jürgen Bender

 

Frank Sperrfechter erringt einen Klassensieg beim Finallauf zur Slalom-DM

Spannendes Vierfachfinale zur Deutschen Automobil Slalommeisterschaft in Berlin

13.10.2020

Der Fachausschuss Automobilslalom des DMSB (Deutscher Motorsport Bunde) hatte – bedingt durch die Corona-Pandemie - eine komprimierte Deutsche Slalommeisterschaft aus Level 1 und Level 2 Veranstaltungen benannt, bei der dann alle Veranstaltungen überbucht und extrem stark besetzt waren. Am Wochenende fand nun das Vierfachfinale auf dem Driving Center Groß Dölln bei Berlin statt. Hier konnten die 100 punktbesten Automobilslalomcracks Deutschlands durch Pylonentore und Gassen wedeln – darunter mit Frank Sperrfechter auch ein Fahrer vom Motorsportclub Heilbronn.

Frank Sperrfechter

Beruflich bedingt konnte Sperrfechter lediglich drei Vorläufe absolvieren und war somit beim Kampf um die DM-Krone ohne Chance. „Spaß haben, einfach just for fun die Slalomelite treffen, noch ein paar technische Veränderungen testen“ so das Motto von Frank vor der Abreise. Mit seinem legendären Opel Kadett C Coupe – damit gewann der MCH’ler 2011, damals noch in der 210 PS starken 8V-Variante, die Deutsche Slalommeisterschaft – steigerte sich Sperrfechter von Rennen zu Rennen. In der leistungsstarken Klasse bis 2000ccm der getunten Gruppe H-Boliden erreichte er am Samstagvormittag Platz sechs und Samstagnachmittag gelang mit Platz drei erstmals der Sprung aufs Podest.  Sonntagvormittag dann bei Lauf drei der zweite Platz, nur knapp hinter dem Routinier und mehrfachem Meister Reinhard Nuber (Isny/Racing Team Süd) im Sechszylinder-BMW 320 WTCC. Am Nachmittag dann der große Wurf. Sperrfechter donnert am absoluten Limit mit seinem 265 PS starken 16V-Kadett Klassiker mit einer einzigen hundertstel Sekunde vor Dennis Zeug (MSRT Freiamt/Opel Kadett C Coupe 16V) über die Ziellinie. Klassensieg und Gesamtrang zwei, lediglich Lokalmatador Martin Skrzipietz im H-Überliter BMW 330 iS war den berühmten Tick in der Gesamtwertung schneller. Die Freude bei Sperrfechter riesengroß, zumal Dennis Zeug in sieben von acht Vorläufen jeweils Gesamtsiege gefahren hatte und sich in Addition aller Slalomrennen die Deutsche Vizemeisterschaft sicherte. „Samstags zwei ultraschnelle Rennslaloms, sonntags dann etwas selektiver und fahrerisch extrem anspruchsvoll, das 2020er-Vierfachfinale war einzigartig, der Klassensieg das Tüpfelchen auf dem i in dieser für mich sehr kurzen Saison“, resümiert der 46jährige Frank Sperrfechter.

Mit demselben Flitzer war auch Sperrfechters Freund, der Neckarwestheimer Thomas Claus zwischen den Pylonen unterwegs Der KFZ-Meister betreut den C Kadett seit Jahren technisch und hat zusammen mit Sperrfechter in Berlin das neue Fahrwerk Rennen um Rennen feinjustiert. Ein zehnter, dann ein siebter und sonntags zwei sechste Klassenplätze waren das Ergebnis. „In dieser aus Fahrzeug-, und Fahrersicht einzigartigen Klasse für mich ein tolles Ergebnis, das Berlin-Finale war eine Reise wert“ erklärt der 55jährige begeistert.

Der deutsche Slalommeister 2020 heißt Marcel Hellberg, startet für den ADAC Ostwestfalen Lippe und steuerte bei den Berlin-Finals einen BMW 318 is E36 in der seriennahen Klasse G3 – die Vorläufe bestritt Hellberg in einem VW Polo in der 1300ter Klasse der getunten Gruppe H. 

(Wilfried Ruoff)

 

Pommer schafft Sprung auf das oberste Podest

Nach vielen Frustmomenten im GT-Masters hat Callaway Competition am Sachsenring das nötige Glück für den ersten Sieg

06.10.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Seinen ersten Saisonsieg realisierte Markus Pommer erst einige Kurven hinter der Ziellinie des Sachsenrings. Als Zweiter des GT-Masters-Klassements hatte der Heilbronner am Sonntag die schwarz-weiß karierte Flagge gesehen. Eine richtig gute Leistung des Corvette-Piloten und seines Teamkollegen Jeffrey Schmidt. Doch es sollte noch besser kommen für das Callaway-Competition-Duo. Die frohe Kunde erreichte Pommer beim Ausfahren per Funk. Plötzlich ballte der 29-Jährige immer wieder die Faust vor Freude. Seine Leingartener Equipe hatte ihn informiert, dass der Franzose Franck Perera im führenden Lamborghini nachträglich eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekommen hatte - und Markus Pommer damit noch an die Spitze gesprungen war. Perera hatte bei einem Restart in der Endphase des turbulenten achten Laufs für den Geschmack der Rennleitung zu oft mit dem Bremspedal gespielt. Eine harte Entscheidung.

"Mich hat es hinter ihm nicht gestört. So viel Sportsmann bin ich, dass ich das auch nicht gemeldet habe. Ich hätte lieber aus eigener Kraft gewonnen", sagte Markus Pommer nach seinem zugesprochenen Sieg. Er konnte den Ärger der Lamborghini-Crew bestens nachvollziehen. Schließlich war die erste Saisonhälfte immer wieder unglücklich für die Mannschaft aus dem Unterland verlaufen. Mit der Kehrtwende am ungeliebten Sachsenring, wo die Corvette C7 GT3-R ihre Stärken in der Vergangenheit kaum ausspielen konnte, wollte vorab niemand so wirklich planen.

Corvette C7 Sachsenring Foto: ADAC  Foto ADAC 

Sicher, auf ein versöhnliches Ergebnis hatte man bei Callaway nach den vielen Enttäuschungen schon gehofft, aber der Sieg? "Es lief ja bisher einiges schief für uns, von daher ist der Erfolg umso schöner", sagte ein seliger Jeffrey Schmidt.

Der Schweizer hatte sonntags ein starkes Qualifying abgeliefert und Startplatz sechs eingefahren. Im Rennen legte Schmidt dann noch einmal nach und übergab die Corvette beim Fahrerwechsel auf Rang zwei an Markus Pommer. Der Heilbronner hielt die Position und war immer wieder dicht dran an Perera. "Ich habe ihn bis zum Schluss attackiert - hätte ich gewusst, dass er eine Strafe bekommt, hätte ich auch ein bisschen rausnehmen können", sagte Pommer schmunzelnd.

Schon am Samstag war beim siebten von 14 GT-Masters-Rennen ein leichtes Lächeln zurückgekehrt. Als 14. gestartet, arbeitete sich das Callaway-Competition-Duo auf einen versöhnlichen achten Platz vor. Am Sonntag sollte sich dann mit einem Quäntchen Glück ein großes Grinsen im Gesicht der zuletzt so gebeutelten Leingartener Mannen breit machen. Der nächste Erfolg soll nun zudem möglichst frühzeitig realisiert werden.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 05.10.2020

 

P9-Siegerkönig 2020

Reichlich Einsätze 2020 für Jürgen Bender

04.10.2020

An jedem Veranstaltungswochenende für GT3-Rennwagen sind heiße Schlachten um Pole, Sieg und die schnellste Rennrunde angesagt. Das gilt für die Sprintrennen der P9-Challenge und die Einstundenrennen der P9-Endurance mit Fahrerwechsel gleichermaßen. Spannung der ganz besonderen Art für alle Racefans ist auf alle Fälle an jedem Renntag gesichert. Und das betrifft die Kämpfe in jeder Klasse im Starterfeld, aber ganz besonders für den Kampf um den Gesamtsieg des jeweiligen Meisterschaftswochenendes.

Neben den Rennen der STT-Trophy gab das Team Sportwagenschmiede von MCH-Mitglied Renningenieur Marco Bayer aus Erlenbach zusätzlich noch eine Nennung für die Serie der P9-Challenge ab. Reichlich Einsätze 2020 also für Vollblutracer Jürgen Bender aus Neckarsulm. Der außergewöhnlich große Einsatz, insbesondere in der P9-Challenge, scheinen sich für Bender und die Crew der Sportwagenschmiede zu lohnen. STT-Champion war Bender 2017 bereits. Nun sollte der Titel in der P9 ebenfalls gewonnen werden.

In den letzten Jahren puschen die Medien neben den Kämpfen um die angestrebten Meistertitel eine weitere Bestleistung zu einem, wenn man so will, "inoffiziellen Titel" im Rennsport hoch. Man lobt in neuerer Zeit den "Siegerkönig" einer Rennserie aus. Den Fahrer mit den meisten Gesamtsiegen einer Saison. Da die Meisterschaften in aller Regel über die Erfolge in den jeweiligen Hubraumklassen erkämpft werden, schenkte man hart erkämpften Gesamtsiege zunehmend weniger Beachtung. Das ändern die Medien durch besonderes Lob für die Siegerkönige der Rennserien. Diesen Titel - P9-Challenge-Siegerkönig 2020 hat Jürgen Bender vor dem Finale auf dem Formel-1-Kurs des Nürburgrings in dieser Saison bereits vorab sicher in der Tasche. 

Die P9-Serie trägt mit Rennen in Deutschland und der Tschechei 2 Meisterschaften mit 11 Rennen aus. Das sind die Sprintserie P9-Challenge und die P9-Endurance mit zulässigem Fahrerwechsel, eine Art Langstrecke für GT-Modelle.

In Folge Corona mussten 2020 Renntermine in Italien und Österreich gecancelt werden. Die bisherigen 6 Sprintrennen der P9-Challenge wurden von Team Sportwagenschmiede mit Jürgen Bender auf einer GT3 Callaway-Corvette Z07 gewonnen. "Hatten die Jungs zu Saisonbeginn noch mit der Suche nach einer optimalen Fahrwerksabstimmung zu kämpfen, so schien bei der Challenge in Hockenheim ein befriedigender Stand erreicht zu sein", so P9-Manager Fischer. Jürgen Bender gewann in Hockenheim beide Sprintrennen. Und das gelang nach einem erneuten Eingriff ins Fahrwerk auch zuletzt im Tschechischen Brno.

Da sich bei den Rennen der P9-Endurance 2 Fahrer einen Sieg teilen können, ergab sich dort folgende Siegerliste. Hermann Speck aus Nürnberg gewann mit AKA auf einem Porsche 991 GT3 Cup in Hockenheim. Er fuhr beide Turns selber. Das Duo Mario Hirsch/Dominik Schraml aus Bayern gewann auf einem AMG-Mercedes GT3 EVO von Team Equipe-Vitesse aus Ingelheim den Endurance-Saisonauftakt auf dem Lausitzring. In Brno holten sich zuletzt die Piloten vom Team Motopark aus dem Raum Magdeburg-Oschersleben auf einem Porsche 997 GT3R den Endurancesieg. Die erfolgreichen Fahrer, Routinier Heiko Neumann und sein Co, der Ex-F2-Profi und frühere Callaway-Frontmann Marvin Kirchhöfer.

P9-Siegerkönig 2020 ist damit der routinierte Deutsche GT-Fahrer Jürgen Bender aus Neckarsulm. Eingeholt werden kann er beim Serienfinale am Ring übrigens nicht mehr.

(HTS)

Jürgen Bender   Foto: Dirk Hartung, autosport.at

 

Assenheimer auf dem Nürburgring in den Top Ten

Zwei Pannen verhindern Podium bei 24-Stunden Rennen

01.10.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Patrick Assenheimer ist mittlerweile ein Routinier auf dem Nürburgring. Der Lehrensteinsfelder weiß, was beim legendären Langstrecken-Kurs in der Eifel auf einen Rennfahrer alles warten kann. "Man ist hier einiges gewohnt, aber das war wettertechnisch schon ein absolutes Ausnahmejahr - das 24-Stunden-Rennen hat alles übertroffen. Sehr, sehr speziell", sagte Assenheimer zu fast frostigen Temperaturen unter fünf Grad und Starkregen am vergangenen Wochenende. Gemeinsam mit Dominik Baumann, Maro Engel und Dirk Müller trotzte der 28-Jährige den widrigen Bedingungen im Auto-Arena-Mercedes AMG GT3 aber stark und kam nach einem äußerst chaotischen Rennen mit zwischenzeitlicher Unterbrechung als guter Gesamt-Achter über die Ziellinie.

Patrick Assenheimer

Und doch wäre deutlich mehr möglich gewesen, hätten zwei technische Probleme das fehlerfreie Fahrer-Quartett nicht ausgebremst. "Hätte, Wenn und Aber bringt am Ende nichts. Wir hatten die realistische Chance Minimum Richtung P3 zu fahren, vielleicht sogar P1", ärgerte sich Assenheimer etwas über die beiden Zwischenfälle mit dem Reifen und das verpasste Podest durch die notwendigen Zusatz-Stopps.

Zu einem ungewohnten Erfolg kam Assenheimer immerhin abseits der Strecke. "So ausgeschlafen war ich nach einem 24-Stunden-Rennen noch nie", kommentierte Patrick Assenheimer den Rennabbruch nach extrem turbulenten sieben Stunden: "Ich war zu diesem Moment sowieso nicht eingeplant. Ich bin gerade bei Red Flag im Hotel angekommen und konnte mir dann ganz gemütlich den Wecker stellen."

Für Patrick Assenheimer hatte es allerdings schon deutlich früher eine Unterbrechung gegeben. In der Einführungsrunde musste er feststellen, dass sich durch eine defekte Radmutter ein Rad löste. Nach seinem darauffolgenden Start aus der Boxengasse arbeitete er sich aber Platz um Platz nach vorne: "Die ersten zweieinhalb Stunden war es mir auf jeden Fall nicht langweilig. Ich bin schön durchs Feld gepflügt und habe viel Rückstand gutgemacht. Megageil, das war herausfordernd, hat aber richtig Spaß gemacht. Es lief sehr, sehr gut."

Auf Gesamtplatz acht angekommen, lief plötzlich gar nichts mehr. Die Rennleitung entschloss sich durch die extremen Witterungsbedingungen, die mehr und mehr Unfälle hervorriefen, um 22.30 Uhr das Rennen bis 8 Uhr morgens zu unterbrechen. "Für uns wäre es natürlich gut gewesen, wenn es weitergegangen wäre. Umso mehr Regen, umso besser lief der AMG. Aber die Unterbrechung hatte schon ihre Berechtigung", sagte Patrick Assenheimer. Und die Pause nahm Assenheimer und seinen Kollegen auch nicht ihren Lauf. Beim Restart kämpfte sich Maro Engel bis auf Position vier vor. Ein Boxenstopp wegen eines schleichenden Plattfußes und der anschließende Verlust des linken Vorderrades auf der GP-Strecke machten die Podiumsträume aber zunichte. "Das hat uns natürlich wieder zurückgeworfen", betonte Assenheimer: "Hier zu überleben, ist aber schon was Positives. Zu hundert Prozent zufrieden sein kann und darf man aber nicht, wenn man sieht, was möglich wäre."

Für den Meimsheimer Yannick Fübrich war der Start nicht möglich. Er hatte sich im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens am Bein verletzt und nach Rücksprache mit seinem Arzt beschlossen, auf einen Start mit seinem BMW 240i Racing Cup in der Eifel zu verzichten.

Quelle: Heilbronner Stimme

 

René Noller holt Klassensieg

37. Rallye Citta Di Bassano in Italien mit 150 Teams aus 9 Nationen

01.10.2020

Bei seiner ersten Internationalen Rallye holt der erst 18-jährige René Noller aus Abstatt den Klassensieg und wird 4. von 10 Deutschen Teams bei der Rallye Citta di Bassano.

René Noller

Den Gesamtsieg holten Battaglin/Pagliorini in einen Hyundai World Rallye Car vor De Tommaso/Bernardi im Skoda R5 und einem weiteren 350 PS starken Ford WRC.

150 Rallyeteams aus 9 Nationen kamen am letzten September Wochenende trotz Corona Auflagen in die Region Vicenza um die traditionelle Rallye Citta di Bassano in den Bergen zu fahren. Mit der Startnummer 146 ging es für ´René Noller und Co Matthias Weber (Grafenau) am Freitagnacht um 22 Uhr mit der berühmten Prüfung in den Bergen bei Valstagne los. Die über 100 Kurven auf den engen Bergstrecken forderten die Teams. Im nur 142 PS starken Opel Adam Cup Fahrzeug meisterte der jüngste Starter im Feld die beiden Nachtprüfungen über 25,6 Km aber souverän.

Auch am Rallyesamstag, wo die Prüfungen San Luca und Cavaletto mit 14,6 und 22,8 Km auf dem Programm standen war Noller richtig schnell unterwegs und fuhr sich im kleinen Opel in die Herzen der italienischen Fans entlang der Strecken. Im Ziel in Bassano wurde das Team mit gleich 2 Pokalen für den Klassensieg, vor Antonucci im Mini Cooper S, und dem 2. Gruppenrang belohnt. "Bin überwältigt von den Strecken und den Fans hier in Italien und dass wir gleich beim 1. Start im Ausland einen Sieg einfahren konnten" so René Noller, für den es bereits in 2 Wochen bei der Rallye Trois Ponts in Belgien weiter geht.     

(hps)

Bild:  privat

 

Jürgen Bender hat 4. STT-Trophy-Wochenende mit Platz 3 abgeschlossen

Siegerpodium für Jürgen Bender auf dem Sachsenring

30.09.2020

Er schrieb Geschichte. Der legendäre Sachsenring vor den Toren von Zwickau lockte genau wie der Nürburgring einst über 200.000 Racefans zu den Rennen an. "Vor 3 Wochen konnte ich in Assen (NL) wegen nötigen Fahrwerksoptimierungen leider nicht antreten", so Bender. Die Punkte von Assen fehlen ihm nun. Das ist in der Zeit des durch Corona reduzierten Terminkalenders nicht mehr auszugleichen. Vor dem Sachsenring komponierten Experten mit Benders Erlenbacher Einsatzteam Sportwagenschmiede eine neue verbessert Auslegung von Federn, Dämpfern, Stabilisatoren und Einstellungen der Radaufhängungen. Auf dem Sachsenring ging der Neckarsulmer nun mit neuer Technik am letzten Wochenende beim 4. Meisterschaftswochenende an den Start.

Jürgen Bender

Auf trockener Bahn musste Team Sportwagenschmiede das Fahrwerk auf Benders Wünsche hin in kleinen Schritten neu abstimmen. Trotz leichter Störungen im Antrieb katapultierte Jürgen "Ben" Bender die GT3 Callaway-Corvette gekonnt in Startreihe 2. Vor dem Rennen setzte dann der bereits befürchtete Regen ein. Und der Regen war sehr sehr heftig. Viele breite Bäche liefen über die Strecke. Runde für Runde eine neue Situation. Die Corvette schwamm mehrfach auf. Höchste Konzentration war geboten. "Mehr Probleme können sich einem Rennfahrer kaum entgegenstellen", so Bender nachdenklich. Der Neckarsulmer lenkte die neue Corvette Z07 aber mit weicher Hand gekonnt über die Berg- und Talbahn des Sachsenrings. "Mit viel Gefühl am Gas griff ich trotz der Gischt von Ex-DTM-Pilot Alzen (Audi), GT-Masters-Ass Schulze (Nissan Turbo) und Porsche-GT-Routinier Becker vor mir auf meinen neuen Regenreifen an", so Bender. Haarscharf kam er an dem ins Schleudern geratenen STT-Routinier Uli Becker vorbei. Alzen und Schulze trieb er anschließend vor sich her. "Vorbei, das ging auf der teilweise überfluteten Strecke absolut nicht", so Renningenieur Bayer. Am Ende gelang es mir mit Platz 2 in der Klasse die Chancen auf den Vizetitel in der Meisterschaftsdivision aufrecht zu erhalten", so der erfolgreiche Fahrer des Heilbronner Motorsportclubs optimistisch. 

(HTS)

Foto: frei mit Quelle - Autosport.at, Dirk Hartung

 

Rallye Kohle & Stahl im Saarland mit 120 Teams und Top Besetzung

René Noller Klassensieger, Dennis Härle im Ziel

17.09.2020

Durch die Corona Krise gibt es momentan in Deutschland nur ganz wenige Rallyes, daher reisten zur Rallye Kohle & Stahl fast alle Topteams ins Saarland um dort eine bestens organisierte Rallye 70 über 61 WP Kilometer auf Bestzeit zu fahren.

Denis Härle, Rainer Noller, René Noller

Vom MC Heilbronn waren gleich 2 Junior Teams am Start. René Noller mit seinem Copilot Matthias Weber hatte es mit 3 Startern in der Opel Adam Cup Klasse zu tun. Von Beginn an lieferten kämpften die letztjährigen ADAC Rallye Cup Piloten hart um den Sieg. Die erste Bestzeit ging mit nur 0,2 Sekunden an Wabniz/Zermanik knapp vor Noller/Weber. Das MCH Team schlug ab gleich auf der 7,3 Km langen, extrem anspruchsvollen Sprintprüfung Füsselberg zurück und ging mit über 4 Sekunden in Führung. Auf dem Rundkurs Windpark war Wabniz und auch Alexander Kattenbach schnell unterwegs. Dennoch führte Noller zur Halbzeit. Mit einer fantastischen Fahrt am Limit und 2 weiteren Bestzeiten setzte sich am Ende René Noller durch und holte mit 8,9 Sekunden Vorsprung den Klassensieg sowie Gesamtrang 41 im nur 142 PS starken Opel Adam Cup.

René Noller Opel Adam

Dessen Vater Rainer Noller holte derweil im 300 PS starken Mitsubishi Lancer Evo 8 einen hart erkämpften Gesamtsieg vor 7 weiteren Evo's.

Bei seiner erst 2. Rallye überhaupt zeigte auch Dennis Härle eine gute Vorstellung. Auf den schwierigen Prüfungen rund um den Bostalsee, die teils auch in der Rallye WM gefahren wurde. Er brachte mit Copilotin Nina Blumreich den 150 PS starken Suzuki Swift Sport auf dem 9. Klassenrang und 75. Gesamtrang ins Ziel nach Türkismühle.  

(hps)

Bilder: privat  

 

Mercedespilot Patrick Assenheimer mit Podium im Silver Cup

47 Internationale GT3-Boliden beim Europe Endurance Cup der GT World Challenge am Nürburgring

08.09.2020

Wenig beeindruckt von seinem Horror-Crash auf der Nürburgring-Nordschleife  präsentierte sich Patrick Assenheimer vom MCH beim Europe Endurance Cup der GT-World Challenge. Exakt acht Tage nach dem unverschuldeten Unfall auf der Döttinger Höhe konnte der Lehrensteinsfelder im Mercedes AMG GT3 vom Team Madpanda den dritten Platz in der Silver Cup Wertung herausfahren. 47 internationale GT3-Boliden waren zum dritten Lauf der GT-World Challenge am Nürburgring angetreten. Das in dieser Saison neugegründete Madpanda Team ging vom 27. Startplatz in das Sechs-Stunden-Rennen. Zusammen mit dem Franzosen Romain Monti (29 Jahre) und dem Argentinier Ezequiel Perez Companc (26 Jahre) gelang dem 28-jährigen Assenheimer eine tolle Vorstellung mit schnellen Runden.

Patrick Assenheimer (l) bei der Siegerehrung

Das Rennen war geprägt von immens vielen harten Duellen, die oft in Kollisionen mündeten. Vier Safety-Car Phasen und vier Gelbphasen um die komplette Strecke waren die Folge. Den Gesamtsieg holte das Dinamic Motorsportteam mit den Fahrern Matteo Cairoli, Christian Engelhart und Sven Müller auf einem Porsche 911 GT3 R. Auf zwei folgte der AKKA ASP Mercedes AMG GT3, auf drei der Haupt Racing Team Mercedes AMG GT3. Assenheimer‘s Madpanda-Mercedesteam konnte sich nach einer fehlerlosen Fahrervorstellung bis auf den 17 Gesamtrang vorarbeiten. Im stark besetzten Silver Cup holte die Truppe mit Rang drei einen Podiumsplatz. Hier gewann ein Aston Martin Vantage GT3 vor einem Lamborghini Huracán GT3 EVO. „Wir sind 172 Runden auf dem 5137 Meter langen GP-Kurs mit seinen 17 Kurven gefahren. Strategie und Pace haben gepasst, das Boxenteam hat einen guten Job gemacht. Es war eine gute Vorbereitung für das 24-Stunden-Rennen in Spa Ende Oktober wo wir wieder antreten werden - und als Tüpfelchen auf dem i der erste Podiumsplatz für das neugegründete junge Team“ resümiert ein sehr zufriedener Patrick Assenheimer vom Motorsportclub Heilbronn.   

(Wilfried Ruoff)

 

Dritter Doppelsieg in Reihe für GT-Ass Jürgen Bender

07.09.2020

Drei Doppelsiege in Reihe - das ist ein Rekordergebnis für Jürgen Bender. Was im internationalen Rennsport nicht mehr gelingen will, das scheint im GT-Rennsport auf internationalen Strecken bestens zu gelingen. Für Corvette-GT3-Fahrer Jürgen Bender und das Unterländer Team Sportwagenschmiede hat sich die weite Anreise in den Osten der Tschechoslowakei nach Brno gelohnt. Der verspätete Beginn der Rennsaison 2020 ließ befürchten, dass der in den Vorjahren vom Erfolg verwöhnte MCH-Pilot Bender nur wenige Rennen bestreiten können würde. Dazu ein neues GT-Rennauto und der Wechsel des Teams. Das neue Team um MCH-Mitglied Marco Bayer wurde jedoch zum Volltreffer für Jürgen Bender.

Jürgen Bender

Nach dem Rennen auf dem Lausitzring und auf dem Formel-1-Kurs von Hockenheim gelang es dem Neckarsulmer nun beim Neustart nach der Sommerpause den Auftakt der P9-Challenge in Brno zu gewinnen.

Im Training sah es noch nicht nach einem Sieg aus. "Wir mussten die sehr spät in der Woche vor Brno eingebauten neuen Fahrwerkselemente erst auf den anspruchsvollen Tschechischen Kurs abstimmen", so Renningenieur Bayer. "Zu Beginn habe ich die im freien Training und in der Qualifikation zeitlich möglichen Veränderungen mit Marco festgelegt", so Bender.

Am Start stand er noch in der 3.Reihe. Mit der fallenden Flagge ging es danach sehr flott voran. In der 4. Runde radierte Bender mit 2:07.038 die schnellste Rennrunde in den Tschechischen Asphalt. Der Gesamtsieg wurde zur Formsache. Bender gewann vor Hermann Speck (Porsche 991 GT3R) und Koach Mckensy (Lamborghini Huracán GT3). "Wir mussten bis zum 2. Rennen kaum etwas ändern. So kam was den Szenekennern schon vorher sicher schien. Bender holte den 6. Gesamtsieg der P9 in Brno. Die schnellste Rennrunde fuhr er mit 2:04.922, auch konnte er die Tabellenführung auf 16 Punkte gegenüber dem amtierenden P9-Champion "Denis G. Watt" aus Österreich auf 16 Zähler ausbauen. Jürgen Bender also auf Titelkurs. "Das darf man getrost vermuten", so P9-Manager Fischer in Brno.

(HTS)

 

Yannick Fübrich holt dritten Klassensieg – Patrick Assenheimer mit unverschuldetem Horrorcrash

Der 5. Lauf zur NLS in der Eifel hatte es auch für die MCH-Fahrer in sich – Spannung und Dramatik vom Start bis ins Ziel

01.09.2020  

Das 6-Stunden-ADAC Ruhr Pokal Rennen als Saisonhöhepunkt der Nürburgring Langstrecken-Serie hatte immens viele positive aber auch negative Höhepunkte: Spannung bis zum Schluss mit satten 16 Führungswechseln bei 41 Runden auf der 24,333 Kilometer langen Strecke aus GP-Kurs, Kurzanbindung und Nordschleife – ein Audi Doppelsieg (Land-Motorsportteam vom Car Collection Team) mit gerade mal 3,988 Sekunden Differenz, der drittplatzierte Ferrari 388 GT3 vom Schweizer Team 126 Octane lediglich weitere zehn Sekunden zurück – die finale Entscheidung fiel erst in der letzten Runde - von 156 gestarteten Rennautos sehen nur 126 die Zielflagge – viele Unfälle und Kollisionen beim Kampf um jede Position prägten den letzten Lauf vor dem legendären 24-Stunden-Rennen.

Yannick Fübrich

Von den drei regionalen Langstreckenracern konnte sich nur Yannick Fübrich aus Meimsheim freuen. Der 28jährige feierte mit seinen Mitstreitern David Griessner und Florian Naumann den dritten Sieg in der GT4-Klasse SP10. Im 450 PS starken BMW M4 GT4 vom Pixum CFN Team Adrenalin Motorsport ließ sich das schnelle Fahrertrio auch nicht von einem Reifenschaden vorne rechts knapp eine Stunde vor Rennende ausbremsen. Zudem profitierte das Adrenalin-Trio von einer wahren Ausfallorgie, von den sieben gestarteten Fahrzeugen in der SP10 kreuzten lediglich zwei die Ziellinie. Die beiden BMW-Mitfavoriten FK Performance und Hofor Racing/Bonk Motorsport schieden technisch bedingt aus, die Ginetta G55 verunfallte schwer. Im Ziel hatte BMW-Pilot Fübrich 1:55,205 Minuten Vorsprung auf den Porsche Cayman GT4 von W&S-Motorsport – alles richtig gemacht vom Fahrertrio und der Boxenmannschaft.

Der zweite Einsatz von Fübrich im BMW 240 in der Racing Cup Klasse 5 endete nach vielen Führungsrunden und tollen Zweikämpfen auf dem zweiten Platz. Eine Strafe für zu kurze Boxenstandzeit machte den Podestplatz zunichte, das Adrenalinteam wurde mit einer heftigen Zeitstrafe versehen und dadurch auf den achten Rang zurückgestuft. „Wir waren konkurrenzfähig und schnell. Die optimalen Rennrunden mit beiden BMWs waren eine perfekte Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen im September“ erklärt Yannick Fübrich.

Patrick Assenheimer

Einen unverschuldeten Horrorcrash erlebte Patrick Assenheimer aus Lehrensteinsfeld im 550 PS starken AutoArena Mercedes AMG GT3 HRT. Vom zehnten Startplatz losgefahren wurde Assenheimer bereits in der zweiten Rennrunde im Hochgeschwindigkeitsabschnitt Döttinger Höhe bei über 250 km/h von einem konkurrierenden Mercedes AMG GT3 von hinten abgeschossen. Nach Leitplankeneinschlag und Fahrzeugüberschlag war der Mercedes Schrott – Fahrer Assenheimer dagegen unverletzt. Nach der Routineuntersuchung im Medical Center resümiert Patrick Assenheimer: „Diese Aktion in der Anfangsphase einer 6-Stunden-Hatz ist mir völlig unverständlich. Unser Top-Ten-Ziel sowie die Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen wurden zunichte gemacht, das Team hat jetzt leider sehr viel Arbeit. Gesundheitlich geht es mir glücklicherweise gut“.

Auf einen Rennstart verzichten musste der dritte Racer aus der Region, Heiko Hammel aus Forchtenberg. Ein Unfall beim freien Training am Freitag bescherte dem Mathilda Racingteam zuerst eine Nachtschicht. Der Seat Leon Cupra TCR stand zum Qualifying am Samstagmorgen wieder bereit. Hammel und seine Fahrerkollegen Matthias Wasel und Kai Jordan erkämpften sich trotz Getriebeproblemen  Startplatz vier in der stark besetzten Klasse SP3T (Tourenwagen bis 2000ccm Hubraum und Turbolader) Der Schaden am Getriebe war dann allerdings bis zum Rennstart nicht mehr zu beheben. „Die technischen Probleme müssen wir bis zum 24-Stunden-Rennen in den Griff bekommen, aber da verlasse ich mich voll auf die Erfahrung und das Können des Mathilda Racingteams“, so die Aussicht von Heiko Hammel. 

(Wilfried Ruoff)

Podiumsplätze für die MCH’ler Yannick Fübrich und Patrick Assenheimer

133 Fahrzeuge sorgen bei typisch wechselhaftem Eifelwetter für Action und Dramatik beim vierten NLS-Lauf

05.08.2020

Schwierigste äußere Bedingungen durch starken Regen schon beim Qualifying zum 4. Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie. Hier konnten sowohl der amtierende Champion Yannick Fübrich aus Meimsheim im BMW M4 GT4 als auch der Lehrensteinsfelder Patrick Assenheimer im HRT-AutoArena-Mercedes AMG GT3 glänzen – wie auch im vierstündigen Rennen auf dem GP-Kurs und der legendären Nordschleife.

Yannick FübrichFübrich holte in der allerletzten Runde die Pole in der Klasse SP10 sowie Startplatz 20 der Gesamtwertung. Beim Start- und Schlussstint wurde Fübrich alles abverlangt, seine Mitstreiter David Griessner und Florian Naumann konnten in ihren Sessions dieselbe Pace mitgehen. „Highlights waren im letzten Stint der harte Zweikampf mit Gabriele Piana (- der saß schon mit Patrick Assenheimer bei Langstreckenrennen im AMG GT3-Mercedes) im Bonk-BMW M4 GT4, die schlussendlich dritte wurden. Dann der Reifenschaden vorne links auf der Döttinger Höhe in der letzten Runde, glücklicherweise kam ich auf der Felge ohne Reifen als Klassensieger vor dem FK-Performance BMW M4 über die Ziellinie“, resümiert Yannick Fübrich. Dasselbe Kunststück schafft tags darauf ja auch Lewis Hamilton in der Formel 1 in Silverstone. Der sensationelle 16. Gesamtrang war das Tüpfelchen auf dem i für Yannick‘s Team Pixum CFN Adrenalin Motorsport mit dem 450 PS starken BMW M4 Patrick assenheimerGT4. Wie immer in dieser Saison startete Yannick Fübrich zusätzlich auch in seinem letztjährigen Meisterfahrzeug, einem BMW M 240i in der Racing Cup Klasse 5 – das ebenfalls von Adrenalin-Motorsport eingesetzt wird. Durch ein technisches Problem wurde viel Zeit in der Box verloren, die Strategie war an diesem Tag auch nicht perfekt, die Pace der Fahrer dagegen super - durch sehr schnelle Rundenzeiten konnte das Quartett Fübrich/Griessner/Setsaas/Merlini gegen elf Konkurrenten in identischen 340 PS-Hecktrieblern den zweiten Klassenplatz herausfahren.

Das Trio Dominik Baumann, Dirk Müller und Patrick Assenheimer teilte sich erneut das Cockpit des AMG Mercedes GT3 der HRT-AutoArena-Truppe. Assenheimer war die fünftschnellste Gesamtqualizeit bei den widrigen äußeren Umständen gefahren und durfte als Regen-, und Nordschleifenspezialist auch den schwierigen Startturn fahren. „Die Entscheidung trotz Nieselregen mit profillosen Slickreifen zu starten, erwies sich als perfekt. Die Piste wurde Runde um Runde trockener, die Sonne kam dazu, meine Zeiten waren auch aufgrund eines frühen taktischen Boxenstopps sehr schnell“ so Patrick Assenheimer. Strategie und Pace passten, der 28jährige übergab nach seinem sehenswerten Doppelstint mit vielen Überholmanövern den 550 PS starken AutoArenA-Mercedes GT3 als Gesamtführender. Baumann und Müller mussten in der zweiten Rennhälfte dann allerdings zwei BMW M6 GT3 passieren lassen. Nicky Catsburg und Stef Dusseldorp gewannen im Rowe-Racing BMW mit 21 Sekunden vor dem Walkenhorst-BMW den vierten NLS-Lauf. Lediglich 2,45 Sekunden zurück kreuzte der HRT-AutoArenA-Mercedes die Ziellinie als Gesamtdritter. „Ich bin damit zufrieden. Der Sieg wäre nur durch sehr viel Risiko beim Überrunden und in den Zweikämpfen mit den beiden BMWs möglich gewesen“ erklärt Patrick Assenheimer und ergänzt „zudem war unsere SP9 Klasse mit Porsche-, Audi-, Ferrari-, Lamborghini-, BMW-, und Mercedes AMG-Boliden der GT3-Kategorie wieder extrem stark besetzt“. 

(Wilfried Ruoff)

 

René Noller 2020

29.07.2020

René NollerTrotz der Corona Zwangspause konnte René Noller in den letzten Monaten sein Nachwuchsförderprogramm weiter nutzen. So waren ab Juni 2020 wieder erste Testfahrten möglich. Diese absolvierte René auf dem Nürburgring, dem Hockenheimring und dem Eurospeedway Lausitz auf dem Highspeed Racing Renault Clio 4 Cup Auto. Auch auf der Rundstrecke zeigte der mittlerweile 18-jährige eine starke Performance. Das Highlight für René Noller fand dann Mitte und Ende Juli aber wieder auf den Urstrecken des Rallyesports statt.

Nach einem erfolgreichen Schottertest in der Lausitz im 300 PS starken Gassner Mitsubishi Evo 9 ging es dann zum Rallye Restart, dem Schottersprint Freilassing. Hier hatte es René nicht nur mit starken Schotterspezialisten aus Bayern und Österreich zu tun, sondern musste auch gegen seinen Vater Rainer Noller im selben Auto antreten. Am Ende wurde es sogar für den Routinier richtig eng, der aber den 3. Gesamtrang ins Ziel retten konnte. Direkt dahinter auf Platz 4 im Gesamtklassement aber die Überraschung des Tages; René Noller ließ den 300 PS starken Allradler durch das Kieswerk im Berchtesgadener Land fliegen als hätte er nie etwas anderes gemacht und ließ dabei viele etablierte Fahrer alt aussehen.

Ebenfalls im Juli fand auf dem Sachsenring der Sichtungslehrgang des Deutschen Rallye Cups DRC statt, wo 18 junge Talente um eine 50.000 Euro Förderung kämpfen. Auch hier sind mit René Noller und Dennis Härle gleich 2 Nachwuchsfahrer vom Motorsportclub Heilbronn dabei, die neben schnell Autofahren auch Medienschulungen, Erste-Hilfe-Kurs und den Umgang mit Sponsoren lernten.

Fotos: privat

 

 

Jürgen Bender ist "Halbzeitmeister" der P9-Challenge

 27.07.2020

Jürgen BenderDer erfolgreiche Fahrer seines heimischen Motorsport-Clubs Heilbronn, Jürgen Bender (Neckarsulm) hatte vor in Hockenheim an den Rennen zur P9.Challenge und der P9-Endurance teilzunehmen. Die Meisterschaftsläufe 3 und 4 zur P9-Challenge wurden nach dem hervorragenden Serienauftakt am Lausitzring nun in Hockenheim erneut zum Volltreffer. Den ebenfalls in ausgeschriebenen 2 Lauf zur P9-Endurance konnte MCH-Ass Jürgen Bender aber nur als zusätzliches Renntraining nutzen. 

Grund dafür war ein Unfall zuvor im freien Training. "Beim Rennen durfte "Ben" aber trotzdem starten", so Renningenieur Bayer. "Er war ja am Wochenende bereits ausreichend viel auf der Strecke gefahren". Aber er wurde ans Ende des Starterfeldes in Rennen aufgestellt. "So sind nun mal die Regeln", erklärte Serienmanager Bernhard Fischer mit hoch gezogenen Augenbrauen. MCH-Ass Bender selber sah die Situation jedoch recht gelassen. "So hatte ich zumindest die Chance die nach dem Unfall im morgendlichen Training die von Team Sportwagenschmiede (Erlenbach) instandgesetzten GT3-Corvette noch ausgiebig zu testen. Auch bestand für uns Gelegenheit das Fahrwerk im Rahmen des Rennens bei einem Boxenstopp wieder optimal einzustellen", so lächelte Bender am Freitagabend danach sichtlich erleichtert. Die Testarbeit zahlte sich später beim ersten Lauf zur P9-Challenge voll aus. "Marcos Arbeit war erfolgreich. Die Corvette lag mit vollem Tank spürbar besser als zuvor", so Bender. Die MCH-Jungs hatten es nun voll im Griff.

Neben DTM-Profi Uwe Alzen (AUDI R8) startete Jürgen Bender (Callaway-Corvette) beim ersten Rennlauf aus Reihe 1. Es galt sich im Rennen klar auf die eigenen Ziele zu konzentrieren. Jürgen Benders Ziel musste es sein, nur die Wettbewerber aus der P9-Challenge im Auge zu behalten. Nicht den DTM-Profi Uwe Alzen. Der fuhr mit anderer Technik in einer anderen Wertung.

High noon! 12 Uhr mittags. Vorstart Hockenheim. 50 Minuten später fiel dann die Flagge für die P9, STT und SCC. Indy-Start. Ab ging's.

- Der Neckarsulmer hatte einen guten Start. bereits in der 3. Runde radierte Bender seine schnellste Rennrunde in den Hockenheimer Asphalt. Dahinter war Verfolger Hermann Speck (Porsche 991 GT3R) in rundenlangen Kämpfen mit Team Franz Konrads schnellem Senkrechtstarter Emir Keseserovic (Lamborghini Huracán) verwickelt. Dazu drückte Equipe-Vitesse-Routinier Sepp Klüber (AMG GT3) von hinten kräftig nach. Jürgen Bender entschied den ersten Rennlauf der P9-Challenge bei hoch sommerlichen Temperaturen am Ende klar für sich. Dahinter Hermann Speck (Porsche 991 GT3R) aus Nürnberg und Heiko Neumann (Porsche 997 GT3R) aus Burg bei Magdeburg.

- Auch beim 2. Rennen der P9-Challenge katapultierte Bender seine Z07-Callaway-Corvette Corvette GT3 von der 'Pole' ins Rennen. Auch diesen Lauf, den 4. Meisterschaftslauf der P9-Challenge, gewann er klar, diesmal vor Heiko Neumann und "Denis G. Watt" (A, Porsche 991 Cup) sowie Michael Hollmann. Die schnellste Rennrunde mit 1:41.131 markierte Bender in der 13. von 17 Runden. Pech hatte Hermann Speck - Ironie des Schicksals - dem weltbekannten Pumpenspezialisten fiel eine der Benzinpumpen im Porsche 991 GT3R aus. "Dinge gibt es - die gibt es gar nicht" so ein Fan unter Freunden des Teams mitfühlend. - "Keine Pumpe von uns", so einer aus dem Team Augen zwinkernd.

In der P9-Challenge konnte Bender seine Tabellenführung mit 2 weiteren Gesamtsiegen deutlich ausbauen. Als Gesamtsieger zu den Läufen der P9-Challenge trugen sich bisher Jürgen Bender und in der Endurance-Serie das Duo Hisch/Schleml sowie Hermann Speck ein.

Start der 2. Saisonhälfte der P9-Serie - Brünn (CZ). Auch das wieder eine von den Fahrern hoch geschätzte Traditions-Rennstrecke mit ganz großer Geschichte.

(HTS)

Foto. HTS -Z07 Callaway-GT3-Corvette auf dem Weg zum 4. Gesamtsieg 2020 in Hockenheim

 

 

Spannung, Action und Dramatik bei der NLS Doppelveranstaltung mit MCH-Beteiligung

Siege und Podestplätze für Yannick Fübrich und Heiko Hammel – riesige GT3 Konkurrenz für Patrick Assenheimer

15.07.2020

145 Starter am Samstag, davon 121 im Ziel, noch 123 Autos am Sonntag, da sahen 111 die Zielflagge - immens viele harte Positionskämpfe um jeden Meter der 24,433 Kilometer langen Strecke aus GP-Kurs, Kurzanbindung und Nordschleife - die erste Doppelveranstaltung der Nürburgring Langstrecken Serie bot jede Menge Dramatik, Action, Spannung und Überraschungen.

NLS 2020Am Sonntag gewann überraschend nach einem Herzschlagfinale mit 0,728 Sekunden Vorsprung der Ferrari 388 GT3 vom Octane 126 AG-Team mit dem Schweizer Fahrerquartett Björn Grossmann, Simon Trummer, Jonathan Hirschi und Luca Ludwig. Erst in der letzten Rennrunde war der Ferrari am Mercedes AMG GT3 des Haupt Racing Teams vorbeigezogen. Kurz darauf Disqualifikation wegen eines nicht zugelassenen Reifens. Dadurch „erbte“ das Samstagsgewinnerteam Maro Engel, Manuel Metzger, Adam Christodoulou und Luca Stolz im Mercedes AMG GT3 HRT den Sieg – die Entscheidung ist noch vorläufig – Doppelsieg für die „Speerspitze“ vom Haupt Racing Team.

Weitere 25 PS-gewaltige GT3 Boliden von Porsche, BMW, Mercedes, Ferrari, Lamborghini und Audi kreuzten dicht an dicht die Ziellinie. Darunter auch der ca. 550 PS starke Mercedes AMG GT3 HRT AutoArenA mit Patrick Assenheimer am Steuer. Der erkämpfte sich mit seinen Kollegen Dominik Baumann und Dirk Müller den 16 Gesamtrang am Samstag sowie die 10 Gesamtposition am Sonntag. „3:09 Minuten haben uns am Samstag auf die Sieger gefehlt, gerade mal 1:19 Minuten am Sonntag – und das nach jeweils knapp 700 Kilometer Renndistanz. Es wurde gekämpft wie bei Sprintrennen. Uns hat das Quäntchen Glück bei dem immensen Verkehr und den vielen Unfällen gefehlt, nicht nur im Rennen sondern auch schon in der sehr hartumkämpften wichtigen Qualifikation. Der AutoArenA Mercedes ist noch heil, das ist das Positive neben der starken Top-Ten Platzierung vom Sonntag“, resümiert der Lehrensteinsfelder Patrick Assenheimer. Eine 35 Sekunden-Zeitstrafe wegen eines Doppel-Gelb-Vergehens kostete das Trio am Samstag zudem einige Plätze.

Einen Klassensieg sowie drei zweite Plätze hat Yannick Fübrich (Meimsheim) herausgefahren. Samstags der erste Erfolg mit dem neuen 450 PS starken BMW M4 GT4 in der Klasse SP10. Mit David Griessner und Florian Naumann lenkte Fübrich den BMW vom Pixum CFN Team Adrenalin Motorsport mit 1:05 Minuten Vorsprung vor zwei weiteren BMWs über die Ziellinie. Die weiteren Porsche-, Aston Martin-, und Toyota Konkurrenten weit zurück. Dazu gesellte sich der 29. Gesamtrang im starken Feld. Yannick Fübrich war den Start-, sowie den Schlussstint gefahren und musste dabei immer ans Limit. Eine 65 Sekunden Zeitstrafe für zwei km/h zu schnellem Fahren in der Boxengasse kostete Fübrich dann den Sieg bei seinem zweiten Tageseinsatz in der BMW Racingcup Klasse. Trotzdem Platz zwei, was für die enorm schnellen Stints von Fübrich und Griessner sprach. Auch am Sonntag wieder ein Doppeleinsatz, der mit zwei zweiten Plätzen belohnt wurde – trotz eines unverschuldeten „Abräumers“, als ein Porsche Yannick Fübrich touchierte und der dadurch neben der Piste zum Stehen kam. „Ein sehr erfolgreiches Wochenende mit immens vielen Zweikämpfen. Das Adrenalinteam hat beide BMWs perfekt vorbereitet und betreut“, erklärt ein hocherfreuter Yannick Fübrich.

TCR-Klassensieg trotz eines Reifenschadens nach hartem Kampf mit einem Werks-Honda für Heiko Hammel im Seat Cupra am Samstag. Der Honda Civic strandete im weiteren Rennverlauf mit Motorschaden – keine Konkurrenten mehr für Heiko Hammel für das Sonntagsrennen. Das Kölner Mathilda Racing Team baute daraufhin den 350 PS starken Fronttriebler für die SP3T-Klasse (Spezialtourenwagen mit 2000ccm Motor und Turbolader) in einer Nachtschicht um. Damit demonstrierte Hammel mit seinem Mitstreiter Matthias Wasel perfekten Rennsport. Mit satten 3:37,38 Minuten Vorsprung kreuzte Hammel die Ziellinie vor zwei Audi RS3 sowie einem VW Golf GTi und einem weiteren Seat Cupra – die in der SP3T-Spezifikation mehr Leistung haben wie der Mathilda-Flitzer. Gesamtrang 39 war die zusätzliche Ausbeute des Forchtenberger Nordschleifenroutiniers, der sich über den dritten Klassensieg in Folge auf der Nordschleife freute.

(Wilfried Ruoff)