Aktuelles

Bender - unbefriedigender Saisonverlauf

"Vor der Saison 2026 hatten wir uns im Team Sportwagenschmiede recht gut auf den Titelkampf in der P9-Challenge vorbereitet", so Jürgen Bender. Als Fahrer hatte der erfahrene Neckarsulmer Diplomingenieur bei den Saisonvorbereitungen an alles gedacht. Nicht nur die für den Einsatz von Team Sportwagenschmiede vorbereitete C7 Corvette war mit einem frisch revidierten Motor ausgerüstet. Auch auf einen weiteren Motor sollte das Team über den Tuner des Amerikanische V8-Aggregates für den Notfall Zugriff bekommen. So auf 600 PS "als äußerste Reserve" ggf. Zugriff zu haben war vor der Saisonplanung eine echte Beruhigung für die Neckarsulmer MCH-Mitglieder der Crew. Der Neckarsulmer Fahrer und das Einsatzteam Sportwagenschmiede aus Erlenbach sahen dem Saisonauftakt somit mehr als gelassen entgegen. Von den ersten kurzen Testfahrten in Hockenheim fuhr man durchaus zufrieden zurück ins Unterland. "Schwachstellen die erkannt wurden, die schienen vor dem ersten Rennen der Saison recht problemlos auszumerzen zu sein", so Technikchef Marco Bayer. "Kleinigkeiten die wir schnell erkannten. Keine Beunruhigung für uns", fügte Jürgen Bender hinzu. In der P9-Challenge hatte sich das Team frühzeitig eingeschrieben. Bei Serienmanager Fischer gehörte Bender in der Corvette 2026 zu den Favoriten der auf internationalen Strecken ausgeschriebenen P9-Serie. Schließlich hatte der mehrfache GT-Champion die P9-Serie bereits 2020 klar gewonnen. Aber nicht nur das, Bender gewann als erfolgreichster GT-Fahrer des Unterlandes damals alle zur Meisterschaft gewerteten Rennläufe deutlich. Etwas, das nur sehr selten einem Rennfahrer gelingt. Ein vergleichbarer Fall lag in den vergangen 10 Jahren nicht vor.  

    (Foto HTS: Technische P9-Abnahme Mugello)

Der Saisonauftakt 2026 fand für Jürgen Bender Mitte April beim P9-Auftakt im Italienischen Mugello statt. Die anspruchsvolle Formel-1-Rennstrecke in der Toskana beschert dem heimischen Toppiloten in beiden P9-Rennläufen den 2. Rang in seiner Klasse. Die Klassenwertung ist das A & O in der P9-Serie. Denn in den Klassen werden dort die wichtigen Meisterschaftspunkte vergeben. 

Der nächste Einsatz, ein Lauf zur STT-Challenge, fand für das heimische Team in Hockenheim statt. "Da das Rennen für uns vor der Haustür lag, wurde es selbstverständlich mitgenommen", so ein MCH-Clubkamerad von Bender. In Hockenheim passierte jedoch was absolut nicht zu erwarten war. Jürgen Bender rollte nach gutem Start in der 2. Runde des STT-Auftaktrennens am Samstag mit einem Defekt an die Box. Der Motorraum präsentierte sich komplett ölverschmiert. Vor Ort ließ sich nicht eindeutig herausfinden was die wirkliche Ursache für diesen so nie dagewesen Schaden war. Das Team lud auf und fuhr heim. Dort baute man den Motor aus und zerlegte ihn. Die Wasser-Ölemulsion im Kurbelgehäuse ließ nichts Gutes vermuten. Was sich herausstellte war ein Riss in einer Gehäusewand des V8-Aggregates. Später kam heraus, dass eine Trennwand auf Grund eines Gussfehlers am Bauteil aus den USA zu diesem Riss geführt hatte. So vermischten sich im Betrieb Kühlflüssigkeit und Motoröl miteinander. Eine schnelle Abhilfe scheint es offensichtlich nicht zu geben. Denn bis heute sind keine Ersatzteile verfügbar. Bleibt zu hoffen, dass für GT-Hero Jürgen Bender im Herbst 2026 mit einem neuen Aggregat wieder Siege möglich werden.  (HTS)