Leistung, Schicksal - die Mischung macht‘s
Leistung war in Hockenheim absolut da - aber das Schicksal wollte es diesmal dort leider ganz anders.
"Nach dem sehr aufschlussreichen Saisonauftakt beim P9-Challenge-Auftakt-26 im Italienischen Mugello haben wir die dort gewonnenen Erkenntnisse in Hockenheim bei Tests vor dem STT-Auftakt-26 dort perfekt nutzen können“, so GT-Routinier Jürgen Bender aus Neckarsulm. "Man sah der Callaway-Crew unseres Champions von 2020 die Begeisterung hier in der Toskana wirklich an", so P9-Manager Fischer.
Doch zurück nach Hockenheim. Funkkontakt sowie permanente Datenauswertung im Team von unserer Sandra in Verbindung mit Hinweisen aus der Box von Renningenieur Bayer schraubten die Rundenzeiten dann im Quali permanent runter. Alles passte perfekt. Zweite Startreihe im Feld der fünf GT-Topfabrikate von Porsche, Audi, Lamborghini, Chevrolet und BMW zum Auftakt-Rennen. Eine ganz seltene, aber hochkarätige Mischung von GT3-Fahrzeugen. Echte Heckmotormodelle wie hier von Porsche am Start, Mittelmotor-konstruktionen wie sie Audi und Lamborghini und Fabrikate mit dem vorne montierten Aggregat wie BMW und der von uns eingesetzten Callaway-Corvette stellen eine optimale technische Mischung dazu für alle Racefans da", fügte MCH-Mann Bayer hinzu.
Jürgen Bender ging bereits in der ersten Runde nach dem Start am Lamborghini von Leipziger Michael Golz vorbei. Der konterte aus dem Windschatten heraus aber sofort. Doch Bender schob sich vor dem Motodrom erneut 'powervoll' nach vorne. Und er setzte sich gleich einige Wagenlängen von Golz ab. Die Rundenzeiten bewegten sich auf dem Niveau des zu dem Zeitpunkt führenden Porsche und des Audi. In Runde zwei dann plötzlich und unerwartet ein abruptes Wegrutschen der Corvette. „Ich konnte den Boliden gerade noch abfangen. Im Cockpit roch es dazu nach Öl. Also Gas weg und langsam an die Box rollen. Das ging, denn der Öldruck war stabil", so der Neckarsulmer Diplomingenieur nach dem Rennen. Und das sagte er natürlich nicht gerade happy. Aber das bedeutete an diesem Wochenende bei herrlichem Wetter, wie sich danach denn herausstellen sollte, dann bereits das Ende des ADAC-Racing-Weekends für die Crew Sportwagenschmiede/Bender. Nicht so eine es die heimischen Boys im Visier hatte. Am Ende nicht der verdiente Platz auf dem Podium, sondern eine vorzeitige Heimreise für Jürgen Bender.
Dort wurde die ölverschmierte Corvette am Montag gründlich gesäubert. Danach begann die Schadensanalyse. Die Crew der Sportwagenschmiede ermittelte schnell, dass sich Kühlwasser im Öl befand. Also 'Motor ausbauen' und zerlegen des 600 PS-starken Aggregates beim Tuner. Dort gilt es nun herauszufinden, wie es zu der Vermischung von Öl und Wasser kommen konnte und wie das Motoröl ab Rennrunde zwei abrupt austreten konnte. "Eine Analyse die sicher einige Tage in Anspruch nehmen dürfte", so Jürgen Bender. "Sehr schade für unseren STT-Champion von 2016", so Veranstalter Krepschick am Abend nach Rennen 1.
Zurück zum Rennen nach Hockenheim. Roland Hertner rollte als Gesamt-Achter klar zu Klassensieg der kleinen Division 3. Probleme schien der Heilbronner, zumindest von außen betrachtet, nicht zu haben. Am Ende holte Thomas Westarp (Audi R8 GT3) vor Michael Golz (Lamborghini Huracán) Stefan Wieninger (Porsche 992 GT3) und dem "Fliegenden Holländer" Wessel Sandkuijl (BMW) sich den Gesamtsieg.
Am Sonntag beim 2. STT-Meisterschaftslauf in Hockenheim waren weder Jürgen Bender noch Roland Hertner am Start.
Nächster Start für Bender "Am letzten Mai-Wochenende auf der Formel 1 Rennstrecke Spa Francorchamps in Belgien, so zumindest unser Plan" meint Jürgen Bender. HTS
HTS-Foto: Renntechniker Marco (l) und Gerwin (r) unter der Öl-triefenden Corvette in Box 23 des Motodrom-Hockenheim noch während das Rennen 1 lief.

