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MC-Heilbronn
   
 

Am 20.5.2005 verstarb Werner Kritter nach langer schwerer Krankheit. Kritter war 3mal Deutscher Meister in der großen Gespannklasse auf Zündapp (1955, 1956 und 1958).

Klaus Häberle erinnert sich an den "Gladiator".

Sechstage Fahrt 1956 Garmisch Partenkirchen.
Ort des Geschehens: Alter Ettaler Berg, eine schmale Hohle viel Geröll, Steine und verdammt steil.

Die beiden anderen aus Heilbronn Manfred Frey und Werner Sautter mit Beifahre Karlheinz Piwon sind schon durch.
Am Nachmittag kam der baumlange Werner Kritter mit seinem Beifahrer Rolf Kreuzer und Ihrem schweren Gespann "Zündapp KS 601", ein Motorrad, das nur Könner und Männer mit Bärenkräften behrrschten, und das war Werner Kritter.

Werner KritterMan hörte Ihn schon von weitem, sein Fahrstil sah man nicht nur, man hörte Ihn auch.

In der Hohle war die Hölle los, links und rechts standen die Solisten und kamen nicht weiter, der Alte Ettaler war total verstopft, weil (die Geschichte erzählt es) die einzige Frau im Feld einfach nicht mehr weiterkam. Ihr Motorrad lag quer im Weg, an ein Vorbeikommen Kritters nicht zu denken.

Der Gladiator hängte fest, der Grüne Elefant, so wird das Motorrad genannt, bewegte sich nicht mehr vorwärts und da sollte es hin. Werner Kritter war gereizt bis aufs Blut, er hatte schon einen Strafpunkt, die Goldene war weg.

Und jeder Leser dieser Zeilen, die Ihn kannten, können sich ein Bild machen was da los war.

Fremde Hilfe war verboten, Ausländische Betreuer, also Konkurenten, sahen dieser schier auswegslosen Situaton zu, beobachteten, dass ja kein Fremder an das Motorrad hingriff und Kritter versuchte zu helfen.

Er ließ auch keinen an sein Gespann ran, zuviel stand auf dem Spiel.

Die Fahrtleitung erkannte aber, das es ohne fremde Hilfe nicht mehr weitergehen konnte und gab diese frei.
Werner Kritter wollte aber mit seinem Gespann und Rolf Kreuzer den Ettaler allein bezwingen.
Es dauerte sehr lange bis Ihn seine Freunde u. Begleiter aus Heilbronn beruhigen konnten, und die Ihm schlußendlich auch halfen seinen grünen Elefanten den Alten Ettaler Berg hinaufzuschieben.

Werner Kritter/Rolf Kreuzer fuhren mit einer Silbermedallie heim nach Heilbronn. Wer aber dieses Motorrad kennt, weiß was es heiß, diesen "Eisenhaufen und Ungestüm" sechs Tage, in zum großen Teil schwersten Gelände zu bewegen.

Werner Kritter war einer der ganz großen Geländefahrer mit drei Sechstagefahrten, drei Deutschen Meistertiteln, sowie unzählige Erfolge auf seinem Motorrad dem legendären "Grünen Elefanten".

Klaus Häberle

 


 

 
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